Erkelenz-Holzweiler: Holzweiler Bürger beklagen sich über Geruchsbelästigung

Erkelenz-Holzweiler : Holzweiler Bürger beklagen sich über Geruchsbelästigung

Wenn der Wind von Südwest weht, stinkt es einigen Bürgern in Holzweiler gehörig. Den Grund dafür findet man am Ortsausgang an der Kofferer Straße. Dort hat das Kempener Entsorgungsunternehmen Schönmackers einen Standort für die Sammlung und Sortierung von Schadstoffen.

Für das Unternehmen ist Holzweiler der Umschlagplatz für eine breit gefächerte Palette, die von Elektroschrott und Leuchtmitteln über Lacke und Farben bis hin zu Reinigungsmitteln und den Resten aus der Lebensmittelproduktion. In Holzweiler werden die Stoffe gemäß ihren Klassifizierungen sortiert und zur Verbrennung weitergeleitet. Verbrannt werden sie zum Beispiel in Hürth oder Kamp-Lintfort. Zurück bleiben die Kunststofftonnen und Behälter, die ebenfalls nach der Benutzung und Entleerung vor Ort mittels einer speziellen Anlage zerkleinert und ebenfalls entsorgt werden.

Im vergangenen Herbst nahmen Anwohner erstmals Gerüche wahr, die sie als „typisch für Lösungsmittel“ bezeichneten. Daraufhin wendeten sie sich an den Bezirksausschuss, das Unternehmen und letztlich an die Bezirksregierung. Insgesamt 13 Vorfälle seit dem letzten Herbst hatte eine Anwohnerin in einem Gedächtnisprotokoll zusammengefasst. Im April meldete das Unternehmen dann Erfolg bei der Suche nach dem Verursacher auf dem Gelände. Es handelte sich um Plastiktonnen mit konzentrierten Aromen aus der Lebensmittelindustrie, wie der Geschäftsführer Oliver Zimmermann bei der Diskussionsrunde im Bezirksausschuss erläuterte und auch schon zuvor bei der Betriebsbesichtigung erklärt hatte. Mittlerweile würden diese Abfälle aber in Holzweiler nicht mehr angenommen.

Transparenz und Offenheit

Der letzte Vorfall, so führte Zimmermann weiter aus, sei auf das Fehlverhalten eines Mitarbeiters im Rahmen des Vorganges der Zerkleinerung zurückzuführen gewesen. Die Tonnen werden vor der Zerkleinerung in der Anlage geöffnet, sollten aber keine längere Zeit geöffnet herumstehen.

Den Anwohnern, die zur Sitzung des Bezirksausschusses in die alte Schule gekommen waren, schien dies eine zu einfache Erklärung für den Geruch, den sie eindeutig als „Lösungsmittel“ beschrieben. Der Ausschussvorsitzende Hans-Josef Dederichs erklärte, dass Transparenz und Offenheit die Basis eines respektvollen Umganges miteinander seien und mahnte mehrmals an, keine Fakten unter dem Tisch zu halten.

Ausschussmitglied Karl-Heinz Frings betonte, dass ein Unternehmen wie Schönmackers nicht so nah am Ort angesiedelt werden dürfte. Der Begriff „Geruch“ sei darüber hinaus zu beschönigend für diesen Gestank.

Prokurist Daniel Berens versicherte, dass das Unternehmen in eine Umhausung der besagten kritischen und Gerüche produzierenden Zerkleinerungsanlage und den Einbau einer modernen Abluftanlage investieren wolle. Nun hoffe das Unternehmen auf eine schnelle Baugenehmigung seitens der Stadt. So könne eine Emissionsbelästigung zukünftig vermieden werden.

Eine Erweiterung des Standortes Holzweiler sei derzeit nicht geplant, fügte er hinzu. Anwohner hatten dies befürchtet, nachdem Schönmackers ein an das Firmengelände angrenzendes Gehöft erworben hatte. Wichtig sei künftig, dass das Unternehmen in die Meldekette einbezogen würde, wenn wieder Geruchsbelästigungen auftreten. Der Dialog zwischen Anwohnern und Unternehmen sollte auch zukünftig fortgeführt werden.

(hewi)
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