Trauer und Fassungslosigkeit in Waldfeucht : Hintergründe der Messertat bleiben offen

Trauer und Fassungslosigkeit in Waldfeucht : Hintergründe der Messertat bleiben offen

Trauer und Fassungslosigkeit sind die beherrschenden Reaktionen nach der Tötung eines 27-jährigen Mannes in Waldfeucht. Am Tatort haben Freunde des Opfers Blumen niedergelegt und Kerzen angezündet. Und obwohl die vier mutmaßlichen Täter in Untersuchungshaft sitzen — der Haupttäter hat nach offizieller Mitteilung der Staatsanwaltschaft Aachen und der Mordkommission der Mönchengladbacher Polizei ein umfassendes Geständnis abgelegt — die Ermittlungen in dem Fall gehen weiter.

Gegen 23 Uhr am Dienstagabend, also vor dem Feiertag, war der 27-Jährige auf der Raiffeisenstraße ums Leben gekommen. Er starb an diversen Stichverletzungen. Nach Informationen unserer Zeitung war der junge Mann, der aus der Gemeinde Gangelt stammt, erst vor wenigen Tagen nach Waldfeucht gezogen, in eine gemeinsame Wohnung mit seiner Partnerin. War Eifersucht das Motiv für die Tat? Kannte das Opfer seinen Mörder? Vieles deutet daraufhin, ebenso wie auf die Tatsache, dass die Täter ihm gezielt auflauerten. Die Ermittler werden genau in diesen Punkten auf weitere Erkenntnisse aus sein.

Fragen wirft auch die Tatsache auf, dass drei der vier Täter sich am Donnerstag in Begleitung von Anwälten stellten. Wussten die drei, dass sie zu Komplizen einer möglicherweise tödlichen Tat werden? Waren sie Teil des Plans des Haupttäters, den ein Sondereinsatzkommando am Freitag nach den Aussagen seiner Mittäter in Wassenberg verhaftete?

Details müssen geklärt werden

Immerhin beantragte der Haftrichter auch für das Trio Untersuchungshaft. Oder sollten sie das Opfer „nur“ festhalten, damit der 22-Jährige ihm eine Abreibung verpassen konnte? Eskalierte die Angelegenheit? Dagegen spricht allerdings die Brutalität der Tat mit mehreren Messerstichen. Es sind Details, die am Ende den Unterschied zwischen einer Anklage wegen Totschlags oder wegen Mordes beziehungsweise der möglichen Beihilfe zu diesen Taten ausmachen werden.

Nach der gemeinsamen Presseerklärung von Mordkommission und Staatsanwaltschaft von Samstag wollte sich Jost Schützeberg, Sprecher der Staatsanwaltschaft Aachen, am Sonntag nicht zu weiteren Details äußern. Das Verhältnis von Täter und Opfer, der genaue Ablauf der Tat, die Frage, ob belastendes Videomaterial von Überwachungskameras der zahlreichen Unternehmen und Geschäfte im Umfeld des Tatortes vorliegt — all diese Fragen ließ Schützeberg aus ermittlungstaktischen Gründen unbeantwortet.