Erkelenz: Hilfsprojekt will geflüchtete Mütter unterstützen

Erkelenz : Hilfsprojekt will geflüchtete Mütter unterstützen

Das eigene Kind in einem fremden Land zur Welt bringen und aufziehen ist eine Herausforderung, vor der viele Frauen stehen, die als Flüchtlinge nach Deutschland gekommen sind. Das Projekt „MiFuM“ (Muttersein im Kontext von Flucht und Migration) will ihnen zeigen, welche Möglichkeiten und Chancen ihre Kinder haben.

Jetzt fand das Projekt in enger Zusammenarbeit mit dem Kristallisationspunkt für Integration (KAI) des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) zum zweiten Mal in Erkelenz statt.

Dieses Mal wurden hauptsächlich Frauen aus den Unterkünften gezielt eingeladen. Daher fand das Projekt erstmalig im Bauwagen „U-Boot“ des Kinderschutzbundes vor der Flüchtlingsunterkunft in Kückhoven statt. Die Unterstützer des KAI sorgten für den Fahrdienst, die Übersetzung und die Kinderbetreuung. Einer von ihnen war Hedayatullah Meer. Er kam selbst vor drei Jahren als Flüchtling aus Afghanistan, ist gut integriert und mittlerweile als Übersetzer für das DRK tätig. Er kümmerte sich unter anderem während der Veranstaltung um die Kinder der teilnehmenden Frauen.

Ziel des Projektes „MiFuM“ ist es, die Mütter zu erreichen und ihnen zu zeigen, wie sie trotz der belastenden Lebenssituation in einer neuen Heimat eine bestmögliche Entwicklung ihrer Kinder fördern können. „Frauen sind der Schlüssel in der Integrationsarbeit“, erklärt Samira Meurer, Integrationskoordinatorin der Stadt Erkelenz. „Es ist ein sehr interessantes Projekt, das von den Fachleuten entwickelt wurde und viel Zuspruch bei den Frauen findet. Deshalb war es bunt im Bauwagen“, freut sie sich über die gelungene Veranstaltung.

Das System verstehen

Ihr war es wichtig, dass die Mütter sich schon vorher kannten und das Projekt in Zukunft durch Mundpropaganda unter den Zuwanderinnen bekannt wird. „Unter ihnen herrscht nämlich ein perfektes Netzwerk“, so Meurer. Es ist beabsichtigt, beim nächsten Termin des Projektes, den Standort zu ändern, damit auch andere Frauen erreicht werden können.

Besonders engagierten sich bei der Veranstaltung auch Claudia Walter, Ulli Stock-Hansen und Sophie Postels vom DRK in Erkelenz sowie Jaqueline Raijmakers vom Kinderschutzbund, Familienhebamme Dagmar Schapps, die Fachkraft für frühkindliche Bildung des Kommunalen Integrationszentrum Heinsberg, Julia Gericks, und Bildungskoordinatorin Dr. Asli Topal-Cevahir.

Das Kommunale Integrationszentrum entwickelte das Projekt gemeinsam mit den Frühen Hilfen Kreis Heinsberg. Es leistet einen Beitrag zur lokalen Bildungs- und Integrationsarbeit, um Mütter und Eltern frühestmöglich für die Entwicklung und den Bildungsweg ihrer Kinder zu sensibilisieren. Nicht nur die Sprache, sondern auch das deutsche Gesundheits- und Bildungssystem sind bei den Flüchtlingsfrauen weitestgehend unbekannt und damit eine Herausforderung. Das Projekt soll helfen, dass Frauen aus verschiedenen Kulturen und Nationen unser System lernen und verstehen.

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