Integration: Hilfe und Freundschaft im Frauencafé

Integration : Hilfe und Freundschaft im Frauencafé

Die Integration Geflüchteter stellt einen Schwerpunkt der Arbeit des Kristallisationspunktes (KAI) des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) dar. Insbesondere das Frauencafé läuft mit großem Erfolg. Die weiblichen Besucher haben im Frauencafé einen Ort gefunden, an dem sie zusammen sitzen und über schöne Sachen und Probleme reden können.

Dies findet Café-Leiterin Diman Sohrabi sehr gut. „Wer Hilfe braucht, erhält diese und dazu eine Stärkung wie unter Freundinnen.“

Dabei kommt Somayeh Parto, die regelmäßig an den Treffen teilnimmt, eine zusätzliche Förderung zugute. Sie stellt im Rahmen einer Flüchtlingsintegrationsmaßnahme (FIM) filigrane, kunstvolle Holzarbeiten her. Zwei Ansätze der Integration und Befähigung von Frauen, die sehr erfolgreich im Erkelenzer KAI des DRK Kreisverband Heinsberg laufen.

Der Leiterin des Cafés ist es dabei sehr wichtig, den Geflüchteten Inhalte zu ihren Rechten und zur Lebenssituation in Deutschland zu vermitteln. Darüber hinaus haben alle bereits die Erkelenzer Stadtbücherei besucht und dort erfahren, wie sie die vorhandenen Medien nutzen können.

Im Rahmen der „Guten Geschäfte im Kreis Heinsberg“ konnte Gesundheitsmanagerin Christel Derißen für ein ehrenamtliches Engagement gewonnen werden. Sie führte mit den Frauen eine Meditation durch. Und Planungen für die Zukunft gibt es einige. So würde Diman Sohrabi gerne einen Vortrag zu Rechten von Frauen in Deutschland in der Räumlichkeit organisieren.

Eine andere Idee ist, ein Nähatelier einzurichten – dafür wäre es hilfreich, wenn eine Ehrenamtlerin dahinter stehen würde, es organisiert und Materialien besorgt. Aktuell haben die Damen Nelkenäpfel nach iranischer Tradition für „Das große Fest der Kulturen“ am Sonntag, 29. September von 11 bis 17 Uhr, im Hückelhovener Gymnasium, hergestellt.

Emsig mit Vorbereitungen für diese Veranstaltung ist auch die Iranerin Somayeh Parto beschäftigt. Sie hat den Beruf der Kunstdesignerin im Bereich Holzverarbeitung in ihrem Heimatland Iran erlernt und ihn dort 17 Jahre lang ausgeübt. Entsprechend geschickt geht sie mit der Laubsäge um, mit der sie Schablonen von Formen sowie Motiven wie Tier oder Mensch aus verschiedenfarbigen, speziellen Hölzern fertigt. Dabei arbeitet sie die Konturen fein heraus und sägt oder bohrt Details wie Augen und Nasen heraus, um sie in anderen Farben wieder einzufügen. Bei dieser iranischen Holzschnitzkunst Moaragh Kari könne man mit Holz malen, begeistert sie sich und fiebert bereits dieser ersten Ausstellung in Deutschland entgegen. Dafür hat sie ebenfalls Kettenanhänger in Form von Instrumenten oder Bäumen sowie ein Häuschen hergestellt. Und matt oder klar glänzend oder mit Kunstharz versiegelt, entfaltet jedes Kunstwerk seine ganz eigene Wirkung.

Fähigkeiten unterstützen

Während Diman Sohrabi nach einem Praktikum zur ehrenamtlichen Tätigkeit kam, nimmt Somayeh Parto an einer Flüchtlingsintegrationsmaßnahme (FIM) teil, erläutern die KAI-Mitarbeiter Claudia Walter, Ulli Stock-Hansen und Khalil Hussein. Maximal 30 Stunden wöchentlich und insgesamt ein halbes Jahr lang können darüber auch künstlerische, musische und sportliche Fähigkeiten von Geflüchteten bei einer kleinen Aufwandsentschädigung unterstützt werden. „Es ist eine sehr wertvolle Maßnahme“, betonen die Berater, „wir lernen die Teilnehmer sehr gut kennen, können ihnen viel besser helfen und diese haben die Möglichkeit, ihre Sprache zu verbessern, Kontakte zu knüpfen und auf andere Gedanken zu kommen.“

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