Hexen in Wassenberg: Naturschauspiel zum Internationalen Frauentag

Weltfrauentag : Wassenbergs finstere Geschichte

Die Arbeitsgemeinschaft der Gleichstellungsbeauftragten im Kreis Heinsberg hatte anlässlich des Weltfrauentags zu einer geschichtlichen Wanderung eingeladen, die die Teilnehmerinnen an historische Schauplätze der Stadt Wassenberg führte.

Geboten wurde ein Natur-Theater unter dem Titel „Hebammenflucht und Hexenbrand“ mit den Westblicke-Führerinnen Berti Davids-Heinrichs und Therese Wasch. Die Teilnehmerzahl war auf 50 Personen beschränkt. Und da das Angebot auf großes Interesse gestoßen war, waren die Teilnahmekarten schnell vergeben gewesen.

Treffpunkt zur Reise in die Vergangenheit war das Naturparktor in Wassenberg. Bürgermeister Manfred Winkens hieß die Damen herzlich in der Stadt willkommen, versprach eine kurzweilige Führung und übergab das Wort an die Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Wassenberg, Vera Hartmann.

Hartmann verwies im Namen des Arbeitskreises der Gleichstellungsbeauftragten im Kreis Heinsberg darauf, dass der Arbeitskreis alljährlich zum Internationalen Frauentag eine gemeinsame Veranstaltung in einer Stadt im Kreisgebiet durchführe. Vera Hartmann bedankte sich beim Verein Westblicke und den Gästeführerinnen Therese Wasch und Berti Davids-Heinrichs für die Unterstützung. Die Hexenverfolgung sei, so Hartmann, auch in der Region gegenwärtig gewesen. Hartmann: „Trauriger Höhepunkt waren die Massenverfolgungen im 30-jährigen Krieg. Zu 75 Prozent waren Frauen die Betroffenen.“

Hartmann lud dazu ein, nach der Führung den Nachmittag bei Kaffee und Kuchen im Naturparktor ausklingen zu lassen. Leider konnte die ursprüngliche Route der Führung durch das benachbarte Judenbruch nicht genommen werden, da aufgrund des heftigen Sturmes Sicherheitsbedenken bestanden. Die ausgebildeten Naturschauspielerinnen Berti Davids-Heinrichs und Therese Wasch hatten aber kurzfristig eine alternative Route durch das „sturmsichere“ Wassenberg eingeplant.

Da die Stadt reich an historischen Stätten ist, boten sich zahlreiche interessante Aufführungsorte für das Naturtheater wie etwa Küstersgarten, der Gondelweiher mit Blick auf die Burgterrassen und der Stiftsplatz an.

Vom Naturparktor zogen die Teilnehmer zunächst zum Verlorenenturm, wo das Schauspiel um Marie und ihre Schwester Similde seinen Anfang nahm. Die Geschichte aus dem 17. Jahrhundert berichtet von der aus Geilenkirchen geflüchteten Hebamme Similde, die von Berti Davids-Heinrichs gespielt wurde. Therese Wasch stellte, wie ihre Kollegin in historischem Kostüm, deren in Wassenberg lebende Schwester Marie dar.

Vor der Kulisse des Verlorenenturms, in dem eine zum Tode verurteilte Hexe auf ihre Hinrichtung auf dem Galgenberg wartete, gelang es den Naturschauspielerinnen das Thema Hexenverfolgung anschaulich darzustellen. Der Befürworterin der Hexenverfolgung Marie, die die im Verlorenenturm schmachtende, vermeintliche Hexe denunziert hatte, ist in der Geschichte „Hebammenflucht und Hexenbrand“ das Schicksal der Schwester Similde gegenübergestellt, die sich selber der Hexenverfolgung ausgesetzt sieht.

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