Hermann-Josef-Altenheim gedenkt Katharina Hardy

Katharina Hardy : Gründerin wäre nun 120 Jahre alt

Einen ganz besonderen Geburtstag feierte unlängst das Hermann-Josef-Altenheim. Es war der Geburtstag von Katharina Hardy, die durch ihr finanzielles Vermächtnis nach ihrem Tod 1966 die Gründung eines Altenheimes in Erkelenz ermöglichte.

In diesem Jahr, am 20. Januar, wäre „Kathrinchen“ 120 Jahre alt geworden – und in „ihrem“ Altenheim wurde es gebührend gefeiert. Zum Jubiläum berichteten die Heimleiterin Ursula Hönigs und der Verwaltungsdirektor der Hermann-Josef-Stiftung, Jann Habbinga, von der Frau, ohne die es das Altenheim am Schulring nicht geben würde.

Bereits bei der Feier zum 40-jährigen Bestehen der Einrichtung im Jahr 2016 war mit einer Broschüre an Katharina Hardy erinnert worden. Denn außerhalb des Hermann-Josef-Altenheims erinnert sich kaum noch jemand an sie. Kein Platz und kein Gässchen wurden nach der eigenwilligen Gastwirtin benannt, die auf der heutigen Kölner Straße die Gaststätte „Elberns Niesgen“ betrieb.

Die Gaststätte hatte sie von ihrer Mutter geerbt, und um sie weiter zu betreiben, hängte sie sogar ihren gutbezahlten Job bei der Bohr an den Nagel. In ihrer Gaststätte führte sie ein eigenwilliges aber durchaus sozialverträgliches Regiment. So soll selten ein sturzbetrunkener Gast ihre Gaststätte verlassen haben, denn wer zu betrunken war, der bekam nichts mehr. Sonntags wurde ebenso wie um Mitternacht mit dem letzten Schlagen der Kirchturmglocken der Zapfhahn abgeschraubt. Eine Maßnahme, die durchaus dem häuslichen und familiären Frieden ihrer Kunden zu Vorteil gereichte.

Zeitzeugen, von denen es im Hermann-Josef noch einige gibt, beschreiben sie als sozial engagierte und vorausschauende Frau. Sie kümmerte sich um die Kranken und Kinder in der Nachbarschaft – was man heute „Quartiersarbeit“ nennt. Jann Habbinga weiß, dass Katharina Hardy gegenüber dem Stiftungsgründer und Notar Hermann-Josef Gormanns ins Hintertreffen gerät. Sein zweckgebundenes Erbe an die Stadt war mit der Auflage verbunden, ein Krankenhaus zu errichten. Die Hermann-Josef-Stiftung hat heute rund 1200 Angestellte und zählt zu den größten Arbeitgebern in der Region.

Katharina Hardys Stiftung wurde damals in die bestehende Stiftung eingegliedert und nach den Vorgaben der Stifterin verwendet. 1973 wurde dann das Hermann-Josef-Altenheim am Schulring gebaut. „Dabei hat diese sozial engagierte und vorausschauende Frau es verdient, dass man sich ihrer erinnert“, ist sich Habbinga sicher. Heute leben im Hermann-Josef 95 Senioren, die von 100 Mitarbeitern betreut werden. Auch rund 30 Ehrenamtler sind regelmäßig im Altenheim tätig.

An die Stifterin erinnert ihr Grabstein, der im Garten des Hermann-Josef-Altenheims eine neue Heimat fand, nachdem das Grab nach Ablauf der gesetzlichen Ruhezeit abgebaut wurde.

Anlässlich ihres Geburtstages gab es einen musikalischen Frühschoppen und eine Speisekarte, die aus dem „Elberns Niesgen“ hätte stammen können. „Es ist wichtig, dass wir ihr gedenken“, erklärt Hönigs. „Noch leben Menschen hier, die sie persönlich gekannt haben.“ Das Andenken an die bemerkenswerte Frau soll zumindest im Hermann-Josef-Altenheim aufrechterhalten werden.

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