Wehmütiger Abschied: Heinsberger übergeben Symbol für Bundesfest und Brauchtum

Wehmütiger Abschied : Heinsberger übergeben Symbol für Bundesfest und Brauchtum

Zu Tränen gerührt war Josef Klaßen aus Heinsberg, als er am Samstag auf dem Marktplatz in Xanten die Standarte des Bundes der Historischen Deutschen Schützenbruderschaften (BDHS) an Hochmeister Dr. Emanuel Prinz zu Salm Salm zurückgeben musste.

Vor einem Jahr hatte er sie in Heinsberg erhalten, als die Vereinigten Schützenbruderschaften in der Kreisstadt Ausrichter des Bundesfestes waren. Seitdem hatte er sie auf allen Veranstaltungen und Umzügen getragen, unterstützt von Klaus Schiffer und Manfred Nickel. Doch wie in Xanten die Regentschaft der Diözesanmajestäten und des Bundeskönigs nach einem Jahr zu Ende ging, so musste auch Klaßen die Bundesstandarte wieder abgeben.

Begleitet wurde er dabei auch von Siegfried Jansen, Präsident der Vereinigten Schützenbruderschaften, und von Bürgermeister Wolfgang Dieder. Vor einem Jahr habe die westlichste Kreisstadt der Bundesrepublik Deutschland die Ehre gehabt, das Bundesfest ausrichten zu dürfen, erklärte Dieder auf dem Xantener Marktplatz. Tausende von Schützenschwestern und Schützenbrüdern sowie Tausende Besucher hätten sich dabei zusammengefügt zu einem großen und ebenso harmonischen wie freudigen Ereignis. „Das war eine großartige Veranstaltung, von der wir noch lange reden und die wir nie vergessen werden“, betonte er.

Dieder dankte dem BDHS und den Vereinigten Schützenbruderschaften, die für die Organisation verantwortlich gezeichnet hatten. Mit Wehmut trenne auch er sich von der Standarte als einem Symbol christlichen Brauchtums, das ihm ein Jahr lang zur Aufbewahrung im Rathaus anvertraut worden sei, sagte er. Abschließend überreichte er dem Hochmeister als Geschenk der Vereinigten Schützenbruderschaften eine transparente Hülle für die Standarte, die sie künftig auch bei schlechtem Wetter schützen soll.

Beim Empfang zum Bundesfest im Xantener Rathaus überreichte Heinsbergs Bürgermeister Wolfgang Dieder (r.) den neuen Wappenteller der Stadt Heinsberg an seinen Xantener Kollegen Thomas Görtz, der aus Heinsberg stammt. Foto: Anna

Von einem „besonderen Moment“ sprach dann Xantens Bürgermeister Thomas Görtz, der aus Heinsberg stammt, als er die Standarte vom Hochmeister entgegennahm. Und er freue sich auch über den Besuch der vielen Heinsberger in seiner Stadt, „vor allem über die Heinsberger Klänge“, sagte er. In Heinsberg werde der Buchstabe „r“ nämlich ganz anders ausgesprochen als in Xanten, eher wie „ch“, betonte er, als er schmunzelnd von der „Standachte“ sprach.

Vier Worte waren es, die Görtz beim anschließenden Empfang im Xantener Rathaus betonte. „Dank, Glaube, Sitte und Heimat“. Sein Dank ging an die Bruderschaft St. Victor als Ausrichter des Festes. Der Glaube sei mehr denn je eine wichtige „Leitplanke“ im Leben, betonte er. Sitte bedeute sittsam und menschlich miteinander umzugehen, was die Schützenfamilie in hervorragender Weise vorlebe. Die Heimat schließlich sei der Ruhepol in dieser schnelllebigen Zeit. Hier seien auch die Bruderschaften zu Hause, die diesen wichtigen Begriff nie aufgegeben hätten und Freundschaften stiften würden. „Und wo Freunde und Familie sind, das ist Heimat“, erklärte Görtz.

Zum Schluss des Empfangs ergriff dann noch einmal Dieder das Wort und schenkte seinem Xantener Kollegen den neuen, gläsernen Heinsberger Wappenteller.

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