Heinsberger Rindertag: Zahl der Betriebe sinkt

Heinsberger Rindertag : Weniger Landwirte setzen auf das Rind

Der Rückblick auf das Jahr 2018, Ehrungen und Wahlen sowie Vorträge von Experten standen auch dieses Mal auf der Tagesordnung bei der Mitgliederversammlung des Rinderzuchtvereins für den Kreis Heinsberg und des Kontrollbezirks im Kreis Heinsberg.

Hubert Ollertz-Mertens, Vorsitzender des Rinderzuchtvereins, konnte dazu im Saal Sodekamp-Dohmen in Hilfarth neben den Mitgliedern auch zahlreiche Gäste begrüßen.

Den Geschäftsbericht übernahm Kreistierzuchtberaterin Jessica van Sloun. Daraus wurde deutlich, dass die Rinderhaltung im Kreis Heinsberg weiter rückläufig ist. So wurden im vergangenen Jahr 33.957 Rinder in 317 Betrieben gehalten. 34.234 in 333 waren es noch ein Jahr zuvor. Die durchschnittliche Zahl von Tieren pro Betrieb ist dabei jedoch gestiegen, von 99,7 auf 109,3 bei den Herdbuchmitgliedern, von 96,4 auf 104,8 bei den Milchleistungs-Kontrollbetrieben.

Im Rahmen der Auszeichnung der besten Kühe ließ Jessica van Sloun auch die Kuh mit der höchsten Lebensleistung im Kreis Heinsberg nicht unerwähnt: Luna von Gerrit Meuwissen & Söhne GbR mit einer Lebensleistung von 144.729 Litern. Weiter ging sie auf Ausstellungsbeteiligungen und Aktivitäten von Jungzüchtern ein. Im Juni oder Juli dieses Jahres werde es in Heinsberg sogar eine Jungzüchter-Olympiade geben, kündigte sie an. Schließlich gab sie noch Informationen zur Vermarktung und motivierte die Mitglieder zu einer stärkeren Beteiligung an Auktionen.

Dominik Pelzer aus Selfkant-Schalbruch wurde im weiteren Verlauf der Versammlung in den Vorstand gewählt, als Nachfolger für Anton Nießen aus Heinsberg-Boverath, der aus persönlichen Gründen aus dem Vorstand ausgeschieden war.

„Vier Wege zur Erhöhung der Nutzungsdauer von Milchkühen“ zeigte Dr. Anke Römer vom Institut für Tierproduktion der Landesforschungsanstalt für Landwirtschaft und Fischerei des Landes Mecklenburg-Vorpommern den Besuchern des Rindertages auf. Sie empfahl, die Zahl der Merzungen zu reduzieren, Krankheiten zu vermeiden, die Aufzucht von Jungtieren zu optimieren und die Zwischenkalbezeiten zu verlängern.

Von der Versammlung diskutiert wurde vor allem ihr Vorschlag zur Ad-Libitum-Tränke für Kälber, also der Fütterung von Milch zur freien Verfügung. Nach der Mittagspause referierte Christoph Niehues-Pröbsting, Chefklassifizierer der Rinder-Union West, noch zur Bedeutung der Herdentypisierung für den modernen Milchviehbetrieb.