Heinsberger Kreisgymnasiums thematisiert Tod und Trauer

Schultheater : Tod und Trauer in den Blick genommen

Im Rahmen eines neuen Projekts haben die Fachschaften evangelische und katholische Religionslehre sowie Praktische Philosophie des Heinsberger Kreisgymnasiums in diesem Schuljahr mit den Schülern der Jahrgangsstufe sechs die Themen Sterben, Tod und Trauer in den Blick genommen.

Grund für das Engagement der Lehrer war deren Beobachtung, dass in früheren Zeiten offen um Menschen getrauert wurde, heute aber Kindern vielfach keine Gelegenheit mehr gegeben wird, über den Tod zur sprechen. Eltern würden ihre Kinder vielmehr vor schlimmen Dingen schützen wollen. Der Tod sei deshalb ein Tabu, so die Lehrer.

Nach einer Vorbereitung im Unterricht konnten sie das Phosphor-Theater aus Aachen mit dem Stück „Schwestern“ in der Turnhalle der Schule begrüßen. Dieses Stück widmete sich dem Thema Tod behutsam, mit viel kindlichem Humor und zeigte Strategien zur Bewältigung, ohne die Trauer in den Hintergrund zu drängen. So wurde es für die Kinder zu einem Stück voller Lachen, Liebe und Leben, trotz und wegen seiner ernsten Grundthematik.

In dem Stück wird Mathilde (Sabine Flosdorff) jede Nacht von ihrer jüngeren Schwester Zus (Katja Kuhlmann) besucht, die 40 Tage zuvor plötzlich verunglückt ist. Aber für Mathilde ist sie noch da, als Gesprächspartnerin, als Spielkameradin, als einzige Zeugin des schrecklichen Unfalls, an dem Mathilde schuld zu sein glaubt. Die Eltern können Mathilde kaum helfen und selbst nicht über den Verlust des Kindes sprechen. Sie befürchten gar, Mathilde sei durch den Schock verrückt geworden, denn nachts spricht sie mit Zus, spielt mit ihr die alten Spiele, lässt sich von ihr trösten, staunt über ihre Erzählungen von einer Existenz nach dem Tod, von Sphärenmusik, von Engeln, die dann doch ganz anders aussehen, als die Menschen auf der Erde dies glauben. Und Zus sucht Wärme bei Mathilde. Sie will, dass die Schwester aufhört zu trauern und vor allem aufhört, sich die Schuld zu geben, denn erst dann kann sie selbst frei sein. Das erreicht sie nun in dieser letzten Nacht, in der das Stück spielt.

Im Anschluss an das Stück hatten die Kinder Gelegenheit, mit den Schauspielerinnen zu sprechen und auch mit einer erfahrenen Trauerbegleiterin für Kinder und Jugendliche der Aachener Pfarrei Franziska von Aachen. Auch im Unterricht wurden die Inhalte des Stücks noch einmal thematisiert, um den Schülern so die Möglichkeit zu geben, das Thema Tod zu besprechen und zu diskutieren, ohne dabei eine persönliche Geschichte eines Schülers zum Gegenstand zu machen.

Die Schüler hätten sich mit einer erleichternden Distanz der Thematik nähern können, so die Lehrer.