Rapperin Scapsis: Der erste Song für den verstorbenen Vater

Von: Anna Petra Thomas
Letzte Aktualisierung:
13368895.jpg
Scapsis liebt ihr Basecap und die Musik. Foto: anna

Heinsberg-Kirchhoven. Texte zu Musik, eher gesprochen als gesungen, genannt Rap, gibt es viele, doch meist nur von Männern. Diese Domäne will sie aufbrechen, die junge Deutsch-Rapperin Sofia Eleftheriadou (31) aus Kirchhoven, die sich Scapsis nennt. „Ich bring den Girlsrap wieder zurück“, verspricht sie auf ihrem gerade veröffentlichten ersten kleinen Album „Old School“, das sechs Songs enthält.

Wer nun denkt, die 31-Jährige sei eine junge aufstrebende Künstlerin, die jahrelang an ihrer Karriere gebastelt hat und jetzt auf den fulminanten Durchbruch setzt, liegt falsch. Sie geht auch weiterhin ihrer Arbeit in Aachen nach und widmet sich in ihrer Freizeit ihren Texten und jetzt natürlich auch ihrer Musik. „Ich war als Kind schon immer von Musik umgeben“, erzählt die Tochter griechischer Einwanderer, die es zunächst nach München, dann nach Oberbruch führte.

Selbst zu musizieren war jedoch bisher nicht so ihr Ding. „Ich habe mich eher ins Schreiben verliebt“, sagt sie. Auf ihrem ersten Computer habe sie ihre Texte sogar „fein säuberlich abgetippt“, erinnert sie sich. Ein Rap wurde hier und da schon daraus, auf vorhandenen Melodien, „oder einfach nur so.“

Als ihr Vater 2014 starb, war das ein ganz schwerer Einschnitt in ihrem Leben. „Weil ich mich nicht von ihm verabschieden konnte“, sagt sie. „Ich wollte ihm dann noch etwas schenken von mir, und das auch so gut wie möglich umsetzen.“ So kam sie in Kontakt mit dem Aachener Produzenten Stephan Plesnik und dem Hückelhovener Musiker Alex Bischoff. „Narbe im Gesicht“ hieß der erste Rap, den sie ihrem Vater widmete und der schon im Juni erschien, ebenso wie ein Musikvideo dazu.

Musik gibt Kraft

Und daraus wurde jetzt mehr. „Die Reaktionen auf die erste Single waren überwältigend“, sagt sie. „Quer durch alle Altersgruppen haben mir die Leute Mut gemacht.“ Über ihre Art der Trauerbewältigung hinaus habe sie zudem gefühlt, dass die Musik ihr die Kraft gebe, wieder mit beiden Beinen im Leben zu stehen, so Sofia Eleftheriadou.

Warum sie sich Scapsis nennt? „Ich bin ja so‘n skeptischer Mensch“, lacht sie. Und in Verbindung mit ihrer Kappe, in Englisch „cap“, die sie immer trägt, sei daraus ganz einfach das neue Wort „Scapsis“ geworden. Das soll jedoch nicht nur für die Skepsis in ihr stehen, sondern auch für ihre Authentizität.

Wer ihre ersten Songs gehört hat, der spürt, was sie meint. Zum einen will sie mit ihrem Rap nicht provozieren, wie es viele andere Musiker des Genres tun. Sie singt vielmehr von ihren Eltern, von Trauer, von Freundschaften, von den 90ern und will anderen Mut machen. „Viele sind gleich abgeneigt, wenn sie Rap hören“, sagt sie. „Aber Rap geht auch schön.“ Zudem lässt sich Sofia Eleftheriadou schon im ersten Album nicht auf den einen Musikstil festlegen. „Ich hab‘s mir nicht nehmen lassen zu singen“, sagt sie schmunzelnd, „mit ganz viel Klavier“.

Und wie geht es weiter? „Texte gibt es noch genug. Ich könnte noch ein paar Alben machen“, erklärt sie. Früher habe sie versucht, auf Englisch zu schreiben, „aber Deutsch beherrsche ich einfach besser. Aber ein Traum wäre, mal einen Song auf Französisch zu schreiben – das klingt echt toll.“

Das Album „Old School“ von Scapsis ist erhältlich in allen Online-Musik-Portalen. Auf Facebook findet sich die junge Musikerin unter „Scapsismusik“.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert