Heinsberg: Heinsberg findet eineinhalb Jahre lang keinen Beigeordneten

Heinsberg : Heinsberg findet eineinhalb Jahre lang keinen Beigeordneten

Nicht nur Auszubildende zu finden, scheint heutzutage keine leichte Aufgabe zu sein, wie immer wieder gerade aus dem Handwerk zu hören ist. Offenbar gilt dies auch für Technische Beigeordnete. Denn die Stadt Heinsberg konnte bislang keinen geeigneten Kandidaten finden, obwohl die Entscheidung, einen zu suchen, bereits im Jahr 2016 gefallen war.

Die umstrittene Maßnahme war auf Betreiben der CDU und gegen die Stimmen von SPD und FDP auf den Weg gebracht worden.

Im Januar 2017 habe eine selbst entworfene Stellenanzeige in den örtlichen Medien nicht den gewünschten Erfolg gebracht, erklärt Erster Beigeordneter Jakob Gerards auf Nachfrage. Unter den Bewerbern habe sich keine passende Persönlichkeit finden lassen. Jetzt, über ein Jahr später, hat die Stadtverwaltung das Bewerbungsverfahren in einem neuen Anlauf in die Hände des Zentrums für Management und Personalberatung in Bonn gegeben. Die dortigen Experten in Sachen Personalsuche haben auch die neue Stellenausschreibung kreiert, die unter anderem auf der Homepage der Stadt zu sehen ist. Die Bewerbungsfrist endet am 26. August.

Im Rahmen einer Restrukturierung soll ein neues Dezernat IV geschaffen werden. Es soll sich voraussichtlich aus dem Amt für Stadtentwicklung und Bauverwaltung, dem Amt für Gebäudewirtschaft, dem Tiefbauamt inklusive Bauhof sowie der Stabsstelle Grundstücksentwicklung und Liegenschaften, dem sogenannten Regiebetrieb, zusammensetzen. Der künftige Dezernent, der für einen Zeitraum von acht Jahren gewählt würde, kann mit einer Besoldung von A 16 rechnen, was zum Beispiel einem Oberstudiendirektor eines Gymnasiums entspräche.

Michael Dörstelmann (CDU) hatte bei der Entscheidung 2016 die Notwendigkeit der Stellenbesetzung dargelegt. In den letzten Jahren seien ja nur noch „alte Dinge abgearbeitet“ worden, meinte er. Solche, die bereits zuvor, also als es noch einen Technischen Beigeordneten gegeben habe, in Gang gesetzt worden seien. „Man wird unschwer feststellen, dass sich im Wohnumfeld nichts mehr getan hat. Der Bürger erwartet aber, dass wir ihm seine Umwelt aktiv planen. Wir müssen einen Ideenpuffer schaffen, der klärt, wo soll es in den nächsten 10 oder 20 Jahren hingehen.“

SPD-Fraktionschef Ralf Herberg sieht das immer noch völlig anders.„Warum diese Stelle weiterhin besetzt werden soll, ist der SPD-Fraktion schleierhaft“, sagt er. „Vor einiger Zeit erläuterte der Bürgermeister auf Anfrage der SPD, dass der neue städtische Regiebetrieb hervorragend laufen würde. Projekte liefen auf Hochtouren und neue Projekte seien bereits in Planung. Warum also dann noch einen Technischen Beigeordneten? Es ist ja zehn Jahre auch ohne gegangen. Da sollte man lieber beim Bauhof Leute einstellen“, meint Herberg, „die zum Beispiel das Baumkataster erstellen.“

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