Heiner Oepen spielt beim Orgelfestival Limburg in Waldenrath

Orgelfestival Limburg : Vollen Klang und feine Töne entlockt

Mit einer gelungenen Mischung aus berühmten Orgelwerken von Johann Sebastian Bach (1685-1750) und Stücken in der hiesigen Region weniger bekannter französischer Komponisten überzeugte Heiner Oepen aus Gangelt beim zweiten Konzert im Rahmen des diesjährigen Orgelfestivals Limburg.

Nach dem ersten Konzert mit Bob Gallagher aus den USA in St. Gangolf in Heinsberg spielte Heiner Oepen auf der 2003 von Martin Scholz aus Mönchengladbach erbauten Orgel in der Pfarrkirche St. Nikolaus in Waldenrath.

Als Registranten standen ihm Dr. Thomas Herfs und Andreas Evers zur Seite, „beides bekannte Organisten und konzertierende Musiker“, wie er in seiner Einführung betonte. Begrüßt hatte ihn dazu unten im Kirchenschiff Günter Schmitz vom Kirchenvorstand. Heiner Oepen engagiere sich in vielen Gottesdiensten in der Kirche. Daher sei es sehr schön, ihn auch einmal in einem ganzen Konzert hören zu können“, erklärte Schmitz.

Von Augustin Barié (1883-1915), mit dessen „Marche“ aus „Trois pièces pour orgue, op. 7“ Heiner Oepen sein Konzert begann, seien nur wenige Aufzeichnungen seiner Orgelkompositionen bekannt, da er nur 31-jährig wenige Tage nach seiner Hochzeit verstorben sei. Gegen alles „Modernistische“ wie etwa seinerzeit von Komponisten wie Ravel oder Debussy sei Thédore Dubois (1837-1924) gewesen, erklärte er weiter. Von ihm spielte er aus „Douze pièces pour orgue“ zunächst die Nr. 8 „Fiat lux“ und krönte zum Schluss sein Konzert mit der häufig gespielten Toccata (Nr. 3). Interessante Klänge brachte Oepen auch von Louis Vierne (1870-1937) zu Gehör. Als Organist an der Kathedrale Notre Dame in Paris hatte er sich festen Regeln im Aufbau von Musikstücken zu unterwerfen. Im Kontrast dazu schrieb er 24 Stücke im freien Stil. Aus dieser Sammlung spielte Oepen die Nummern 13, Légende, und 15, Lied.

Es folgte die Fuge in G-Dur von Johann Sebastian Bach (1685-1750) mit vier Stimmen und das dazugehörige Vorspiel. Im weiteren Verlauf spielte er hintereinander die Fuge in h-Moll (BWV 544) und der Choral „Es ist das Heil uns kommen her (BWV 638). Antiphonen, was so viel wie Gegengesang oder Wechselgesang bedeutet, hat Marcel Depré (1886-1971) eine Sammlung seiner Orgelkompositionen genannt. „Er erfand Musik quasi aus dem Stegreif, er war ein berühmter Improvisator“, berichtete der Organist. „Black but Comely“ (Nr. 3) und „How Fair and Pleasent are Thou“ (Nr. 5) hießen die Stücke, die er in sein Konzert integriert hatte. Vor der abschließenden Toccata von Dubois brachte Oepen dann noch den ersten Satz aus der zweiten Orgelsonate, op. 50, von Alexandre Guilmant (1837-1911) zu Gehör.

Das Publikum war begeistert und zollte Oepen und seinen beiden Registranten stehend langanhaltenden Beifall. Was es nicht sah: Oepen spielte das Konzert, in dem er der Orgel gleichsam ihren vollen Klang als auch ihre ganz feinen Töne entlockte, auf Socken. So könne er die Pedale besser fühlen, sie besser bedienen, und sie würden so auch nicht durch seine Schuhe beschmutzt, erklärte er dazu.

Seine Tätigkeit als Organist begann Heiner Oepen, der in Gangelt lebt, 1970 in Euskirchen. In Bonn studierte er zunächst Mathematik und Pädagogik, später am Konservatorium der Stadt Köln Kirchenmusik, Orgel und Klavier. Derzeit ist er in Gangelt und Waldfeucht als Organist tätig.