Erkelenz: Haus Spiess: Kunst von gesellschaftlicher Relevanz

Erkelenz : Haus Spiess: Kunst von gesellschaftlicher Relevanz

Mit ihrer ersten Ausstellung in diesem Jahr hat die Kultur GmbH den 1957 in Kückhoven geborenen Künstler Klaus Kaufmann betraut. Seine Arbeiten sind unter dem Titel „Spiegel der Gesellschaft“ noch bis zum 11. Februar im Haus Spiess am Franziskanerplatz zu sehen.

Kaufmanns Kunst ist plakativ, mit Symbolik nicht geizend und vor allem kritisch. Er kombiniert ältere und neue Materialien, rostige Nägel scheinen seine ständigen Begleiter zu sein, vor allem, wenn es darum geht Menschen darzustellen. Ein Haufen Nägel als „Menschenauflauf“, verbogene Nägel als Symbole menschlicher Tragödie. In seiner Eröffnungsrede wies der Kulturmanager Christoph Stolzenberger auf die Freiheit der Kunst hin, die nicht zwangsläufig einen leicht erkennbaren Sinn erfüllen müsse. Die Kunst gebe es so lange, wie sich „der Mensch als Mensch definiert“, betonte der Geschäftsführer der städtischen Kultur GmbH bei der Eröffnung. „Kunst ist vor allem dann gut, wenn sie bewusst und offen politisch ist“, fügte er hinzu.

Doppeldeutigkeit mit System: Klaus Kaufmanns Exponat „Menschenauflauf“. Foto: Helmut Wichlatz

Politisch und auch kritisch sind die Werke Kaufmanns auf jeden Fall. Er liefert durch die Symbolhaftigkeit vereinfachte Kommentare zu den gesellschaftlichen Themen. Der zerstörte Fußball, zerrissen und festgenagelt mit dem Titel „Hooligan“. Die Zeitungen im Schraubstock, der „Lügenpresse“. Der „Menschenauflauf“ aus rostigen Nägeln in einer Auflaufform. Alles hat doppeldeutigen Sinn und lädt zur Reflexion ein. Papier, Holz und Nägel, die die Menschen ersetzen, bieten Raum und Platz für eigene Spekulation. Schonungslosigkeit und klare Positionierung in der Darstellung des Menschlichen durch Verzicht auf dargestellte Menschen. Der Spiegel der Gesellschaft wirft keine Spiegelbilder, aber klar erkennbare Muster durch Abstraktion.

„Starke Werke mit spannenden Titeln“, hatte Stolzenberger versprochen. „Kunst in stürmischen Zeiten.“