Haarener Künstler Hans Willi Rzeppa stellt in Erkelenz aus

Ausstellung: Spiel mit Farben und Formen

Die Besucher und Bewohner des Johanniter-Stifts Erkelenz dürfen gespannt sein auf die Ausstellung von Hans Willi Rzeppa, die ab Sonntag, 13. Januar, in der Einrichtung an der Südpromenade zu sehen sein wird.

Denn die rund 40 Arbeiten des 1950 geborenen Künstlers, der in Waldfeucht-Haaren lebt, vielen in der Region durch den Fußball und als ehemaliger Sport- und Kunstlehrer der Edith-Stein-Realschule Wegberg bekannt ist, erfordern eine genaue Betrachtung, um in den Abstraktionen, einem Spiel mit Farben und Formen, ein Kreuz oder eine Figur zu erkennen. Auch seine Skulpturen weisen auf den zweiten Blick figürliche Elemente auf. Aber letztendlich soll jeder Betrachter seine eigene Interpretation der Bilder und Skulpturen finden. Deshalb verzichtet Rzeppa auch bewusst auf Titel bei seinen Werken. Er selbst liebt das Spiel mit den Farben, Formen und Malmitteln. Auf diese Weise erhalten seine Abstraktionen eine Dynamik und Tiefenwirkung. Sie werden zu Räumen, in denen der Betrachter ein Kreuz ausmacht. Oder er erkennt abstrahierte Menschen.

Aber was auch immer der Betrachter zu erkennen glaubt, das ist für Hans Willi Rzeppa nicht wichtig. Denn es ist das Spiel mit den Farben, dem Licht, Materialien und Formen, das ihn reizt. Auch wenn er Acryl als Malmittel bevorzugt, so entstehen viele seiner Werke in Mischtechnik. Er nimmt Buntstifte und Acryl, überarbeitet das Bild dann mit einem Spachtel. „Das Bild entsteht oft nach dem Zufallsprinzip“, sagt er. Entweder hat er zuvor eine Idee, von der er sich inspirieren lässt, oder er beginnt zu malen ohne Zielsetzung vor Augen.

Das war nicht immer so. Denn als er sich in jungen Jahren mit Grafik, Malerei und Bildhauerei beschäftigte, setzte er sich vornehmlich mit dem Thema Mensch auseinander. Bereits 1976 hatte er seine erste grafische Ausstellung in der Galerie der Ehefrau des bekannten Malers Michel Saran in Millen. Als er jedoch nach dem Studium der Kunst und Sport Lehrer an der Edith-Stein-Realschule wurde, blieb wenig Zeit. 1996 stellte er erneut grafische Arbeiten in Haaren aus. Es folgten weitere Ausstellungen in der Region unter anderem in der Kreissparkasse Heinsberg, der Volksbank und beim Tennisclub Blau-Weiß 1912 Erkelenz. Und im Laufe dieser Zeit wich das Figürliche dem zunehmend Abstraktem.

Dies gilt auch für seine Skulpturen. Auch hier reizt Heinz Willi Rzeppa das Material. Mal nimmt er Bronze, mal Holzsorten wie Kirsche, Olive, Eibe oder die Wurzel der Pflaume, um sie zu bearbeiten. Da wird dann zersägt und geschliffen, bis Rzeppa seine Form gefunden hat, die erst auf den zweiten Blick erkennbar ist als „Kleiner Torso“ oder Kopf. Kaum ist ein Werk fertig, so geht der 68jährige hin und beginnt in seinem Atelier wieder etwas Neues, auf das der Betrachter gespannt sein darf.

Die Eröffnung der Ausstellung von Heinz Willi Rzeppa erfolgt am Sonntag, 13. Januar, um 16 Uhr im Restaurant der Einrichtung. Zur Begrüßung spricht Gaby Kerst, Leitung Sozialer Dienst. Die musikalische Gestaltung übernehmen Holger Geiser (Oboe) und Olaf Stecker (Klavier).

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