Gute Unterhaltung bei Jahres-Konzert „scenes for Band“ in Oberbruch

Jahreskonzert des Musikvereins Waldenrath : Kurzweilige Unterhaltung bei „scenes for Band“

Seit vielen Jahren widmet sich der Musikverein Waldenrath 1905 e.V. der konzertanten sinfonischen Blasmusik. Dass diese nicht schwer verdaulich, sondern ausgesprochen unterhaltsam ist, wurde beim „scenes for Band 2019“ wieder einmal mehr als eindrucksvoll unter Beweis gestellt.

Unter der Leitung ihres Dirigenten Stefan Outjers bot das große sinfonische Blasorchester mit einem kurzweiligen Programm ein äußerst unterhaltsames, vor allem aber ein musikalisch anspruchsvolles Blasmusikkonzert in der Oberbrucher Festhalle. Sichere Einsätze und rhythmische Exaktheit sowie ein ausgewogenes Klangverhältnis sorgten für einen beeindruckenden Konzertabend.

Egal ob Blasmusikklassiker, moderne Unterhaltungsmusik oder anspruchsvolle Sololiteratur, der Musikverein Waldenrath findet sich in jeder Musikgattung bestens zurecht und präsentierte sich gut vorbereitet dem aufmerksamen Publikum. Bindeglied zwischen Orchester und Zuhörer waren die beiden Moderatorinnen Maike Welfens und Jenny Funken, die gekonnt und versiert durchs Programm führten.

Einer guten Tradition folgend eröffnete der Musikverein Waldenrath das Konzert mit einem elegant und festlich klingenden Marsch des österreichischen Komponisten Thomas Asanger: „Sympatria“. Danach stellte die „Leichtigkeit der italienischen Oper“ mit Verdis Ouvertüre „Nabucco“ das große Blasorchester vor eine große Herausforderung. Hier überzeugte vor allem das Holzregister mit tonlicher Präsenz.

Dirigent und Musiker zeigten sich als ein eingespieltes Team, sodass Dynamik und Rhythmik sowie Takt-und Tempowechsel problemlos gemeistert wurden und das Publikum einen ersten Eindruck vom großen Klangvolumen des sinfonischen Blasorchesters erhielt. Während man also bei der Ouvertüre zeigen konnte, wie klanggewaltig und technisch versiert man auftreten kann, musste das Orchester nun beim „Intermezzo Sinfonico“ aus der Oper Cavalleria Rusticana, sein ganzes Feingefühl und seine Musikalität in langen Melodiebögen des harmonisch diffizilen Werkes beweisen.

In der deutschen Rhapsodie „Lignum“ werden die zwei Volkslieder „Das Lieben bringt groß Freud“ und „Ich weiß nicht was soll es bedeuten“ zu einem musikalisch klassischen Element verarbeitet. Elton Johns vertonter Soundtrack Highlights aus Walt Disneys „König der Löwen“ hat als Filmmusik auch ihre Qualität. Als Zuhörer hat man sofort die Bilder zur Melodie vor Augen.

Bestens aufgelegt zeigte sich das Orchester im zweiten Konzertteil, bei modernen Arrangements aus den Sparten Film-, Rock- und Popmusik. Mit fetzigen Grooves und den typisch fetten Bläsersätzen war „Star Trek into darkness“ pures Kino für die Ohren, und der berühmte Song von Freddie Mercury „Don’t stop me now“ zeigte, dass gerade diese Musik dem Blasorchester ausgezeichnet liegt. E-Bass und Schlagzeug sorgten für den nötigen Schwung.

Bei der berührenden Blasmusik-Pop-Ballade „My Dream“ hat Solist Rolf Bertrams mit seinem weichen einfühlsamen Flügelhorn-Ton dem „scenes for band 2019“ das Sahnehäubchen aufgesetzt. Der klassische Funksong „September“, einst aufgenommen von Earth, Wind & Fire, wurde in der Blasmusikfassung zu einem echten rhythmischen Erlebnis. Im „Santiano“ Rock von der Küste traf man genau den Geschmack der vielen Zuhörer. Mit dem Marsch „Semper Fidelis“ erreichte der kurzweilige Konzertabend seinen vorläufigen Schlusspunkt. Bei den Zugaben war dann wieder Vielseitigkeit angesagt.

Bevor der Musikverein Waldenrath nach stehenden Ovationen die Bühne verlassen durfte, wurde eine Polka und ein Marsch gespielt, um sich dann, mit einem gemeinsamen „Guten Abend, gute Nacht“ endgültig zu verabschieden.

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