Erkelenz: Grüne sorgen sich um die biologische Vielfalt

Erkelenz : Grüne sorgen sich um die biologische Vielfalt

Die Grünen sorgen sich um die biologische Vielfalt in Erkelenz. In einem Antrag an den Rat fordern sie die Teilnahme der Stadt an der bundesweiten Initiative „Kommunen für biologische Vielfalt“. Ein gleichnamiges Bündnis aus 60 Gemeinden, Städten und Landkreisen wurde schon vor sechs Jahren gegründet.

Ziel sei es, die Bedeutung von Natur im unmittelbaren Lebensumfeld des Menschen und den Schutz der Biodiversität in den Kommunen in den Blickpunkt zu rücken, heißt es in dem entsprechenden Antrag. Die Deklaration solle Landkreise, Städte und Gemeinden bundesweit dazu motivieren, Maßnahmen zum Schutz der biologischen Vielfalt in den Bereichen Grün- und Freiflächen im Siedlungsbereich, Arten- und Biotopschutz, nachhaltige Nutzung sowie Bewusstseinsbildung und Kooperation zu realisieren.

Mittlerweile hätten 230 Kommunen die Deklaration „Biologische Vielfalt in Kommunen“ unterzeichnet und 141 Kommunen seien dem darin angestrebten Bündnis beigetreten, heißt es in dem Antrag weiter. Ziel sei es, den interkommunalen Austausch zu stärken, die inhaltliche Arbeit in den Kommunen zu unterstützen und kommunale Interessen und Bedürfnisse in politische Prozesse hinein zu vermitteln. Auch konkrete Unterstützungsleistungen, wie beispielsweise die Organisation von Workshops zur Weiterbildung kommunaler Verwaltungsmitarbeiter stehen auf der Agenda.

Mit der Umsetzung konkreter Maßnahmen vor Ort komme den Kommunen beim Schutz der biologischen Vielfalt eine herausragende Rolle zu, welche sich zunehmend auch in der politischen und öffentlichen Wahrnehmung niederschlage. Die „Nationale Strategie zur biologischen Vielfalt“ der Bundesregierung aus dem Jahr 2007 spiegele dies auf Bundesebene ebenso wider wie international der „Aktionsplan Städte, lokale Behörden und Biodiversität“. Dieser wurde 2010 auf der 10. Vertragsstaatenkonferenz der „Convention on Biological Diversity“ (CBD) verabschiedet.

Dieser Bedeutungszuwachs sei mit gesteigerter Wertschätzung, aber auch zunehmendem Handlungsdruck für die Kommunen verbunden. Neue Aufgaben sowie ein verschärftes Augenmerk auf die Umsetzung bereits existierender Pflichten seien die Konsequenz. Dafür seien „innovative Wege bei der Aufgabenplanung, mehr Effizienz bei der Umsetzung sowie eine auf die Akzeptanz betroffener Personengruppen abzielende Kommunikation gefordert“, folgern die Grünen in der Begründung ihres Antrags.

Das Bündnis „Kommunen für biologische Vielfalt“ arbeitet diese Maßnahmen und die dabei gemachten Erfahrungen auf und macht sie gleichzeitig den Kommunen zugänglich. Im Rahmen unterschiedlicher Veröffentlichungen werden Best-Practice-Beispiele und wichtige Förderhinweise für die Kommunen präsentiert, durch Workshops Verwaltungsmitarbeiter geschult und durch die gemeinsame inhaltliche Arbeit können wertvolle Kontakte zu anderen Kommunen geknüpft werden.

Eine Mitgliedschaft der Stadt Erkelenz verspreche „zusätzliche Impulse und wertvolle Unterstützungsleistungen für die Naturschutzarbeit vor Ort“. Voraussetzung für die Mitgliedschaft im Bündnis ist die Unterzeichnung der oben genannten Deklaration sowie die Zahlung eines jährlichen Mitgliedsbeitrags in Höhe von 165 Euro.

(hewi)
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