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Umsiedlung in der Kritik: Gottesdienst am Rand des Tagebaus Garzweiler

Umsiedlung in der Kritik : Gottesdienst am Rand des Tagebaus Garzweiler

Die Initiative „Die Kirche(n) im Dorf lassen“ lädt für Samstag, 16. Mai, 17 Uhr, zu einem ökumenischen Gottesdienst am Tagebau Garzweiler, an der L277 bei Keyenberg, ein. „Der Gottesdienst findet mit Blick auf die nahenden Bagger statt“, teilt die Gruppe mit, die zu den Gegnern der Umsiedlung zu zählen ist.

„Die Kirche(n) im Dorf lassen“ organisiert die Veranstaltung in Zusammenarbeit mit dem Institut für Theologie und Politik aus Münster und mit Unterstützung des Katholikenrats Düren und des Bündnisses „Alle Dörfer bleiben“.

Zum Gottesdienst sind nach Angaben der Veranstalter alle eingeladen, egal, ob sie Christen sind oder nicht: „Wir wollen für ein neues Verständnis von Ökumene einstehen: die Gemeinschaft all derer, Christen wie Nicht-Christen, die sich dafür einsetzen, dass diese Erde bewohnbar bleibt, die ein gutes Leben für alle erkämpfen wollen.“

Thema des Gottesdienstes am Tagebau Garzweiler ist „der Schutz des Dorfes, seiner Menschen – und nicht zuletzt seiner Kirche“. Keyenberg soll 2023 dem Tagebau weichen. Der Gottesdienst thematisiere die „Schöpfung als Geschenk Gottes“ und „ihre Bewahrung als Aufgabe und Herausforderung für alle Christen“.

Die Initiative „Die Kirche(n) im Dorf lassen“ entstand aus dem lokalen Widerstand gegen den Tagebau in den bedrohten Dörfern. Überregional trat sie mit einer Unterschriftenaktion unter anderem auf dem Katholikentag 2018 in Erscheinung: Sie forderte die Bischöfe von Köln und Aachen auf, die bedrohten Kirchen nicht an RWE zu verkaufen und sich so mit den Menschen in den bedrohten Dörfern zu solidarisieren. Die Bischöfe verweigerten die Annahme der knapp viertausend Unterschriften, die Kirchen sind inzwischen an RWE verkauft worden.