Gleich zwei Unfälle an defekter Ampelanlage in Heinsberg

Hitzefolgen : Gleich zwei Unfälle an defekter Ampelanlage

Die anhaltende Sommerhitze der letzten Wochen mit Temperaturen um die 40 Grad stellte, bei aller Freude über einen strahlenden Himmel, das Durchhaltevermögen von Mensch und Tier auf eine harte Probe. Doch auch technische Geräte wurden offenbar an ihre Grenzen geführt. Und dies sogar mit fatalen Folgen.

Auf den ersten Blick war an dem Tagesbericht der Polizei nichts Auffälliges zu entdecken. Bei einem Verkehrsunfall an der Kreuzung Karl-Arnold-Straße/Industriestraße waren am Dienstag gegen 16.50 Uhr zwei Personen leicht verletzt worden. Ein 25-jähriger Mann aus Gangelt war mit seinem BMW von der Bundesstraße 221 abgefahren und wollte die Karl-Arnold-Straße geradeaus überqueren, um auf der Industriestraße weiter zu fahren. Dabei übersah er laut Polizei wohl den für ihn von rechts kommenden Daimler eines 29-jährigen Mannes aus Heinsberg, der in Begleitung einer 28-jährigen Beifahrerin auf der Karl-Arnold-Straße in Richtung Oberbruch unterwegs war. Durch den Aufprall wurden die beiden Heinsberger leicht verletzt und später mit Rettungswagen in ein Krankenhaus gebracht.

Nichts Außergewöhnliches also – wäre es nicht nur wenige Tage zuvor an gleicher Stelle schon einmal zu einem Verkehrsunfall gekommen. Am Samstag gegen 16.15 Uhr waren drei Fahrzeuge daran beteiligt. Eine 39-jährige Frau aus Heinsberg befuhr mit ihrem Renault die vorfahrtberechtigte Karl-Arnold-Straße aus Oberbruch in Richtung Borsigstraße. Zur gleichen Zeit war ein 41-jähriger Mann aus Düsseldorf mit seinem VW Caddy auf der Industriestraße in Richtung Karl-Arnold-Straße unterwegs. Der 41-Jährige fuhr in den Kreuzungsbereich ein und es kam zum Zusammenstoß mit dem Pkw der 39-Jährigen. Durch die Wucht der Kollision überschlug sich der Wagen des 41-Jährigen und prallte gegen den VW Sharan eines 49-jährigen Mannes aus Heinsberg, der, aus Geilenkirchen kommend, an der Abfahrt der B221 verkehrsbedingt wartete. Durch den Zusammenstoß wurden alle drei Fahrzeugführer sowie der 39-jährige Beifahrer der 39-Jährigen verletzt.

Wie beiläufig hatte die Polizei erwähnt, dass die Ampelanlage an der Kreuzung ausgefallen war. Eine offenbar nicht zu unterschätzende Gefahr für die Verkehrsteilnehmer. Denn auch beim zweiten Unfall war sie noch außer Betrieb.

„Sie ist letzten Donnerstag ausgefallen“, bestätigt Rainer Gies, Leiter des Master Heinsberg, Nettetal, Moers beim Landesbetrieb Straßenbau NRW. „Wir haben noch versucht, sie mit Ersatzteilen ans Laufen zu bringen, leider ohne Erfolg.“ Die Kühlvorrichtung im Steuerungskasten war ausgefallen, so dass schon nach kurzer Zeit 70 bis 80 Grad darin geherrscht hätten, erläutert Gies. Dadurch seien dann ein paar Platinen regelrecht miteinander verschmolzen.

Auf dem neuesten Stand der Technik befand sich die Ampel, die schon zwischen 15 und 20 Jahren auf dem Buckel hatte, ohnehin nicht. „Wir setzen nun eine neue Technik ein“, erklärt Gies. Statt mit 220 Volt und veralteten Glühbirnen, arbeite sie zukünftig mit einer 10-Volt-Technik und LEDs. Wenn alles klappt, soll sie spätestens am morgigen Freitag wieder ihre Arbeit aufnehmen. Dann dürfte die Kreuzung wieder ein großes Stück sicherer sein.

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