Gewerbeverein Wassenberg stellt sich im zweiten Anlauf neu auf

Im zweiten Anlauf : Gewerbeverein Wassenberg stellt sich neu auf

Wie schon im Vorjahr, konnte der Gewerbeverein Wassenberg auch dieses Mal seine Mitgliederversammlung erst im zweiten Anlauf veranstalten. Zur ersten Versammlung war das laut Satzung geforderte Viertel der Mitglieder der Einladung des Vorstands nicht gefolgt. Nur 13 der 84 Mitglieder waren anwesend.

Bei der zweiten Versammlung, die ohne diese Vorgabe durchgeführt werden kann, nahmen jetzt jedoch auch nur 16 Mitglieder teil. „Das stimmt schon recht traurig, wenn man immer die gleichen interessierten Gesichter sieht“, erklärte Vorsitzender Georg Hensges dazu in seiner Begrüßung im Restaurant Tante Lucie.

Nun konnten jedoch die notwendigen Wahlen vorgenommen werden, die alle einstimmig erfolgten. In ihren Ämtern bestätigt wurden der stellvertretende Vorsitzende Hermann-Josef Flesch, der stellvertretende Geschäftsführer Markus Krüger und die Beisitzerin Iris Jansen. Neu als Kassierer in den Vorstand gewählt wurde Stefan Fischer für den aus Altersgründen ausgeschiedenen Heinz-Josef Harren. Da auch Geschäftsführer Arndt Sonnenschein seinen Rücktritt angekündigt hatte, wählte die Versammlung als seine Nachfolgerin Annika Schmitz, die zugleich Geschäftsführerin der Kunst, Kultur und Heimatpflege gGmbH in Wassenberg ist.

Ein weiterer Schwerpunkt der Versammlung war der nächste Weihnachtsmarkt, zu dem es im vorgelegten Geschäftsbericht gleich drei Mal hieß, dass der Gewerbeverein ihn dieses Jahr zum letzten Mal veranstalten und dann an die Kunst, Kultur und Heimatpflege gGmbH übergeben werde. Diese solle den Markt dann ab 2020 organisieren. Jedes Jahr mehr als 60 Prozent der Mitgliedsbeiträge in den Weihnachtsmarkt zu stecken – das sei durch den Vorstand nicht mehr zu verantworten, hieß es im Bericht weiter.

Der Weihnachtsmarkt sei zwar auch im vergangenen Jahr sehr schön gewesen, aber es fehle die Unterstützung durch den Verein. Der Roßtorplatz sei durch die örtlichen Vereine in Eigenregie gestaltet worden. „Leider hatte die ansässige Gastronomie kein Interesse, dies durch Eigeninitiative zu unterstützen“, so auch Kritik im Bericht. In der Versammlung fügte Hensges dieser eine weitere hinzu, direkt an die Stadtverwaltung gerichtet. Man habe sich so große Mühe gegeben, nicht einen Schnipsel übrigzulassen, da könne es nicht sein, dass man nach dem Markt wegen drei übriggebliebener Schälchen einer Imbissbude heranzitiert werde. Um Geld einzusparen, soll schon zum nächsten Weihnachtsmarkt die Beleuchtung weggelassen werden, die den Verein laut Hensges jedes Jahr rund 3000 Euro kostet.

Der Gewerbeverein rückt näher zusammen mit der Kunst, Kultur und Heimatpflege gGmbH, denn die neue Geschäftsführerin des Gewerbevereins, Annika Schmitz, ist auch Geschäftsführerin der gGmbH. Foto: Anna Petra Thomas

Um die Mitglieder des Gewerbevereins zu mehr Mittun zu motivieren, will der Verein sie in einer weiteren E-Mail befragen. Angedacht seien neue Veranstaltungsformate wie etwa ein Neujahrsempfang oder auch ein Gewerbefest, so der Vorsitzende. Zusammen mit Annika Schmitz stellte er dann als neues Projekt eine neue Karte ähnlich der Heinsberg-Card vor, auf der es Kunden sowohl in Geschäften in Wassenberg als auch in der benachbarten Gemeinde Roerdalen möglich sein soll, bei Einkäufen Punkte zu sammeln und diese wieder einzulösen.

Zusätzlich zu der Investition von 13.000 Euro zur Einführung könne der Teilnehmer an diesem System zusätzlich für einen Monatsbeitrag von 20 Euro in einem Newsletter selbst seine Angebote platzieren. Als Beispiel dafür nannte Annika Schmitz die Nette-Card desselben Betreibers, die in Nettetal bereits von rund 7000 Kunden genutzt wird. Die Zustimmung zu diesen Plänen war verhalten. Nur fünf Mitglieder stimmten dafür, drei dagegen. Die übrigen enthielten sich der Stimme. Trotz dieser verhaltenen Zustimmung für das Projekt wollen Georg Hensges und Annika Schmitz jetzt bei den Mitgliedern des Gewerbevereins weiter für die neue Karte werben.

In der abschließenden Fragerunde an den Bürgermeister ging es um weitere Straßenbaumaßnahmen nach Inbetriebnahme der neuen Bundesstraße und um neue Parkplätze in der Innenstadt. Kritik musste Manfred Winkens einstecken zu seinem Fernsehinterview, in dem er gesagt hatte, Wassenberg wolle keine Einkaufsstadt werden. Dies würde interessierte Geschäftsleute abschrecken, hieß es.

Im Nachgang zur Versammlung äußerte sich die Geschäftsführerin von Gewerbeverein sowie Kunst, Kultur und Heimatpflege gGmbH noch einmal zur Situation des Weihnachtsmarktes. Nach einem weiteren Gespräch mit dem Vorsitzenden Georg Hensges und seinem Stellvertreter Hermann-Josef Flesch nach der Versammlung würden beide nun doch auch künftig den Weihnachtsmarkt gemeinsam organisieren und nicht die Kunst, Kultur und Heimatpflege gGmbH ab 2020 alleine. „Insofern waren die Darstellungen im Geschäftsbericht wohl nicht ganz korrekt“, schreibt sie. „Ich bin froh, dass wir den Weihnachtsmarkt weiterhin gemeinsam mit dem Gewerbeverein veranstalten werden, um für den Erhalt dieser Veranstaltung für Wassenberg zu sorgen.“

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