Gertrud Schaefer zeigt Ausstellung „1250 °C“ mit Tonojekten

Vernissage : Gertrud Schaefer zeigt Ausstellung „1250° C“ mit Tonobjekten

Mit Werken der Heinsberger Künstlerin Gertrud Schaefer eröffnete der Kunstverein Region Heinsberg im Horster Hof in Unterbruch das Ausstellungsjahr 2019, das unter dem Motto „Das ist mein Material und Medium“ steht. Im Zentrum der Ausstellung „1250° C“ standen die Ton- und Keramikexponate der Künstlerin Gertrud Schaefer.

Die Einführung in das künstlerische Werk gab die Kuratorin des Kunstvereins, Ingrid Trantenroth-Scholz.

Zuvor hatte die Künstlerin im Gespräch Einblick in ihr künstlerisches Wirken gegeben. Begonnen habe sie mit der Erstellung von Gebrauchsgegenständen aus dem Werkstoff Ton. „Ich wollte aber darüber hinausgehen, denn Ton kann noch mehr“, betonte Gertrud Schaefer. So habe sie experimentiert und verschiedenste Zusatzstoffe dem Ton beigefügt, auch um das Material auszureizen. „Wie ein Geschenk auszupacken“, so sei die Begutachtung jeweils nach dem Brennen der Exponate gewesen. Den Zufall habe sie aber als Partner begriffen –und ihre heutige große Erfahrung verdanke sie der Herausforderung, die ihr nicht gelungenen Stücke solange zu verändern, bis der gewünschte Erfolg eintraf.

„Ton ist eines der ersten Werkstoffe gewesen, mit denen die Menschen gestalterisch tätig geworden sind“, begann Ingrid Trantenroth-Scholz ihre kurze Exkursion in die Kulturgeschichte des Tons. So belegten Funde, dass in Afrika schon erste figürliche Gestaltungen als Grabbeigaben vor 20.000 Jahren genutzt wurden.

Gebrannte Tonexponate als Beigaben über das Leben hinaus fänden sich in allen Kulturen wieder. Das Material Ton sei mit seinen Eigenschaften besonders geeignet, Kreativität zum Ausdruck zu bringen. Aktuelle Künstler würden dies heute wieder vermehrt als bevorzugten Werkstoff nutzen.

„Die ausgestellten Exponate lassen als erste Assoziation Zerbrechlichkeit, Zartheit und Verletzlichkeit  entstehen, so fragil wirken ihre Plastiken. Oft lassen sie eher an Papier denken, denn an Ton“, stellte die Kuratorin ein sehr individuelles Merkmal der Arbeiten Schaefers heraus. Auch wenn die Formgebung und Oberflächengestaltung oft an pflanzliche oder organische Wesen erinnere, würde keine Abbildung von Wirklichkeit, sondern eine Neuschöpfung stattfinden. Die Vielfalt der Strukturen und Formen sei sowohl in geöffneten Formen eines nach außen gestülpten Seeigels  sichtbar, wie in den geschlossenen Exponaten einer an einen Kokon erinnernden Plastik, die mit der kleinen Öffnung an die Behausung von Insekten erinnere. Die Schichtungen des Tons sowie die Oberflächengestaltung betonten im Spiel mit dem Lichteinfall die Form und Ausstrahlung der Objekte.

In ihrer Innovation und der großen Bandbreite assoziativer Anregungen würden die Exponate sich als eigenständiges, autarkes Kunstwerk präsentieren, schloss Trantenroth-Scholz ihre Laudatio.

Die Anordnung der Exponate, die Präsentation im Raum, das Zusammenspiel der Formen und die gewollte Reduktion der Farbigkeit bestätigten die außergewöhnliche Ästhetik dieser Werkschau. Wer diese Wirkung nachempfinden will, hat dazu bis zum 10. März Gelegenheit. Die Ausstellung ist jeweils samstags von 15 bis 18 Uhr und sonntags von 11 bis 17 Uhr geöffnet.