Förderverein Schacht 3 präsentiert Sophia-Jacoba-Jahreskalender

Jahreskalender : Im Archiv neue Schätze gehoben

Der Förderverein Schacht 3 präsentiert den dritten Jahreskalender mit Motiven aus der wechselhaften Geschichte Sophia-Jacobas. „Die Auswahl war wieder nicht leicht“, erklärte der Schacht 3-Vorsitzende Detlef Stab bei der Vorstellung im Maschinenhaus am Schacht 3.

Der Kalender knüpft an die erfolgreiche Geschichte seiner Vorgänger an. „Die Kalender sind bei den Leuten sehr beliebt“, führte Stab weiter aus. „Wir haben wieder Bilder ausgewählt, die den Geist und den Wandel von Sophia-Jacoba widerspiegeln“, betonte auch der Schacht 3-Geschäftsführer Reinhard Prüfer, der dafür gemeinsam mit Stab und seinen Mitstreitern vom Förderverein das umfangreiche Fotoarchiv durchgewühlt hat.

Wer nun denkt, dass das Archiv doch bald seine schönsten Schätze preisgegeben haben müsste, der irrt. Denn auch rund ein Vierteljahrhundert nach der Schließung der Zeche wächst das Archiv weiter. Zumeist, so erläuterte Prüfer, seien es Nachlässe ehemaliger Bergleute. „Die Erben wissen oft nicht, was sie damit tun sollen, und melden sich dann bei uns“, erklärte er. So wächst das Archiv und erhält immer neue Einblicke in das Leben unter Tage. Herausgekommen ist eine Mischung aus Gebäudeansichten, Arbeitssituationen unter und über Tage sowie Porträts der Bergleute.

Realisiert wurde der Kalender wieder von HS Grafik und Druck. Das Unternehmen ist auf die Produktion hochwertiger Motivkalender spezialisiert. Bei Geschäftsführer Manfred Rütten, der selbst nie unter Tage war, wecken einige Motive Kindheitserinnerungen. „Mein Großvater war Bergmann und hat immer von der Arbeit da unten erzählt“, berichtete er. „Bei einigen Bildern kommen diese Erinnerungen wieder hoch. Wenn das klappt, haben sie bei der Bildauswahl alles richtig gemacht.“ Er sehe in den Fotos des Kalenders einen wichtigen Beitrag, um die Erinnerungen an diese wichtige Zeit in Hückelhoven weiterzugeben.

Den Kalender für 2020 gibt es in einer Auflage von 250 Stück und zum Preis von sieben Euro am Schacht 3 zu kaufen, und zwar donnerstags von 9 Uhr bis 12.30 Uhr. Zusätzlich ist der dekorative Kalender auch auf dem Cityfest am ersten Septemberwochenende in der Cafeteria des Fördervereins im Rathaus sowie am Losstand an der Ecke Melanchthonstraße erhältlich.

„Am liebsten ist uns ja, wenn die Leute zum Schacht 3 kommen, um den Kalender zu kaufen“, erklärte Prüfer. Und das nicht aus Bequemlichkeit, sondern, damit sie sehen, dass sich am Schacht noch immer was tut. Über 3000 Besucher zählt der Förderverein jedes Jahr. Zumeist kommen Besuchergruppen, die das Maschinenhaus und den Lehrstollen nebenan besichtigen und sich die technischen Zusammenhänge erklären lassen. Besonders freuen sich die Aktiven des Fördervereins über Schulklassen. Mehr als 500 Schüler waren es im vergangenen Jahr. „Gerade die Schüler sind wichtig, denn sie sollen das Wissen um die Zeche in Hückelhoven weitertragen“, erklärte Stab.

Das Gelände am Schacht 3 wird von den Hückelhovenern angenommen. Regelmäßig kommen tausende Besucher zu den Open-Air-Veranstaltungen am alten Förderturm.

Sollte der Kalender ebenso wie sein Vorgänger ausverkauft sein, könne die Druckerei nachdrucken, versicherte Rütten. Der Erlös aus dem Verkauf des Kalenders fließt in die Arbeit des Fördervereins und damit in den Erhalt des Industriedenkmals Schacht 3.