Heinsberg: Flussregenpfeifer ist an den Lago Laprello zurückgekehrt

Heinsberg : Flussregenpfeifer ist an den Lago Laprello zurückgekehrt

Was der Bagger im letzten Winter hinterlassen hatte, glich mehr einer Mondlandschaft als einem Naturschutzgebiet. Optisch nicht gerade reizvoll, erfüllte dies dennoch offenbar seinen Zweck. Denn ein kleiner Vogel, der sogenannte Flussregenpfeifer, ist an den Lago zurückgekehrt.

Durch umfangreiche Erd- und Rodungsarbeiten wurde die drohende Verbuschung der Insel gestoppt und eine „Mondlandschaft“ geschaffen, die verschiedenen Wasser- und Watvogelarten sowie insbesondere dem früher heimischen Flussregenpfeifer Lebensraum und Brutgebiet anbieten sollte, hatte Stadtbiologe Frank Backwinkler im Februar erläutert.

Nach Abschluss der Arbeiten, warteten die Ausführenden und natürlich auch die Ornithologen im Kreis Heinsberg gespannt, ob die aus den Winterquartieren zurückkehrenden Vögel das neu gestaltete Biotop finden und annehmen würden. Im Rückblick auf die vergangenen Frühjahrs- und Sommermonate kann die Stadt Heinsberg nun von erfreulichen Erfolgen berichten, die die hohen Erwartungen nicht nur erfüllt sondern sogar deutlich übertroffen haben.

Der Flussregenpfeifer ist an den Lago zurückgekehrt und hat ebenso wie mehrere Kiebitz-Paare erfolgreich auf der Insel gebrütet. Doch damit nicht genug, immer wieder wurden weitere Watvogel-Arten („Limikolen“) wie Rot- und Grünschenkel, Flussuferläufer und sogar Waldwasserläufer auf der Insel gesichtet. Höhepunkt der Saison war für den Biologen Backwinkler neben den erwähnten Bruterfolgen die Sichtung einer Trauerseeschwalbe über dem angrenzenden Nordsee. Darüber hinaus sind Insel und angrenzendes Wasser stets von zahlreichen bekannten Wasservögeln bevölkert: Grau- und Nilgans, Kormoran, Graureiher, Eisvogel, Pfeif-, Löffel-, Reiher- und Schnatterenten, Hauben- und Zwergtaucher, Lach-, Silber- und Heringsmöwen sind nur einige der beobachteten Vogelarten. Der Einsatz hat sich also gelohnt.

Wer möchte, kann am Lago Laprello die neuen Bewohner in Augenschein nehmen. Insgesamt drei Beobachtungstürme stehen hierzu zur Verfügung. Der Turm am Südufer bietet sogar einen exklusiven Blick auf die oben beschriebene Insel. Gerade jetzt im Herbst sei wegen der Zugzeit der Vögel wieder mit interessanten Beobachtungen zu rechnen. Insel und Wasser werden von den Tieren gerne als Ruheplatz vor dem Weiterzug genutzt. Die Experten empfehlen übrigens, ein möglichst ein gutes Fernglas und zudem noch ein Vogelbestimmungsbuch mitzubringen.

(her)