Wegberg/Mönchengladbach: Fliegerbombe entschärft: Evakuierungen auch im Kreis Heinsberg

Wegberg/Mönchengladbach : Fliegerbombe entschärft: Evakuierungen auch im Kreis Heinsberg

Der Fund einer 1000 Kilogramm schweren amerikanischen Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg auf dem Gelände des ehemaligen Militär-Hauptquartiers (JHQ) in Mönchengladbach hat am Donnerstagnachmittag auch Auswirkungen auf das Wegberger Stadt­gebiet gehabt.

Zwei Campingplätze in der Nähe des Knippertzbaches mussten evakuiert werden. In und rund um Rickelrath wurden Straßenzüge und Zufahrten gesperrt. Zudem war in diesem Ort „luftschutzmäßiges Verhalten“ angeordnet worden. Gegen 16.40 Uhr gab es die Entwarnung: Die Bombe war vom Kampfmittelräumdienst entschärft worden.

Wie die Pressestelle der Stadt Mönchengladbach mitteilte, war das Kriegsrelikt bei Abrissarbeiten auf dem Gelände des früheren JHQ gefunden worden, das von 1954 bis 2013 als Domizil für Stäbe der Nato sowie der britischen Rhein­armee und der Royal Air Force gedient hatte.

Im inneren, zu räumenden Radius von rund 1,2 Kilometern rund um die Fundstelle war vor allem die Erstaufnahmeeinrichtung der Bezirksregierung Düsseldorf (EAE) für Flüchtlinge, die auf dem früheren Militärgelände eingerichtet worden ist, betroffen. Die rund 300 Bewohner der EAE wurden nach Angaben der Stadt mit Bussen in die Krahnendonkhalle gebracht und dort von Mitarbeitern der Feuerwehr und Helfern betreut.

Ansonsten musste lediglich ein älteres Ehepaar von Einsatzkräften evakuiert werden. Im äußeren Radius von rund 1,6 Kilometern rund um die Fundstelle mussten die Bürger über das luftschutzmäßige Verhalten informiert werden. Die Gemeinde Schwalmtal ordnete dies für die Ortschaft Leloh an.

Bevölkerungswarnung

Das galt ebenso in der Stadt Wegberg für den Ortsteil Rickelrath. Die Freiwillige Feuerwehr gab über Internet und Lautsprecherdurchsagen eine Bevölkerungswarnung heraus: Niemand sollte sich im Freien aufhalten. Die Bevölkerung wurde aufgerufen, Fenster und Türen geschlossen zu halten. Die Menschen sollten in den Häusern möglichst die nicht dem früheren JHQ zugewandte Seite oder alternativ den Kellerbereich aufsuchen. Für dringende Fragen wurde von der Wehr zudem ein Bürgertelefon eingerichtet.

In der Stadt Wegberg lenkte ein Krisenstab den Einsatz, an dem von der Freiwilligen Feuerwehr Kräfte der Löschzüge 1 aus der Stadtmitte und 5 (Merbeck und Rickelrath) sowie Technische Einsatzleitung und Einsatzführungsdienst beteiligt waren; außerdem Mitarbeiter des Bauhofes und anderer Bereiche der Stadtverwaltung (vorrangig des Ordnungsamtes). Auch zwei Streifenwagen-Besatzungen der Kreispolizeibehörde waren zur Unterstützung vor Ort.

Im Bereich Wegberg / Schwalmtal musste die Landesstraße 3 gesperrt werden. Die L3 ist in Rickelrath die Dülkener Straße und wird von vielen als Durchgangsstraße genutzt. Das war am Donnerstagnachmittag für mehrere Stunden nicht möglich. So wurde ein Sperr­posten auf der L3 an der Kreuzung In Berg / Hospitalstraße eingerichtet. Aber auch alle weiteren Zufahrten nach ­Rickelrath wurden gesperrt.

„Alles ist sehr ruhig und reibungslos verlaufen“, stellte Feuerwehr-Pressesprecher Frank Heinen fest. Die als Ausweichquartier angebotene Mensa des Schulzentrums sei letztlich nicht in Anspruch genommen worden.

(disch)