Feier der Outlaws MC Heinsberg mit der Hooligan-Band „Kategorie C“

Umfangreiche Polizeikontrollen vor Rockerkonzert : Feier im Clubhaus der Rocker des „Outlaws MC Heinsberg“

Am Samstag hat ein größeres Aufgebot der Polizei an den Ortseingängen Baals umfangreiche Kontrollen durchgeführt. Anlass war eine Feier im Clubhaus der Rocker des „Outlaws MC Heinsberg“. Aufgetreten sind dabei auch Musiker der rechtsextremen Hooligan-Band „Kategorie C“ (KC) aus Bremen in Form eines „Balladenabends“.

Polizei und Stadtverwaltung hatten im Vorfeld von der Feier und dem geplanten Auftritt der rechtsextremen Band erfahren. Wegen der Auseinandersetzungen zwischen verfeindeten Rockern im Grenzland folgen in solchen Fällen üblicherweise Großeinsätze. Schon bei einer ähnlichen Feier in März 2018 hatte die Polizei umfangreiche Kontrollen in Baal durchgeführt.

Polizeisprecherin Angela Jansen bestätigte auf Anfrage den Einsatz ihrer Kollegen am Samstag. Man habe rund 100 bis 150 Personen gezählt, die die Feier bei den „Outlaws“ besucht hätten. Eine Außenwirkung oder strafbare Handlungen durch den Auftritt der Musiker bei der als privat deklarierten Party habe man nicht feststellen können. Alles sei ruhig verlaufen, sagte Jansen. Die Kontrollen hätten auch stattgefunden, um die Sicherheit der Anwohner zu gewährleisten.

Bindeglied

„Kategorie C“ gelten für die Sicherheitsbehörden als Bindeglied zwischen Rechtsextremisten, rechten Hooligans und Rockern. Sie haben etwa Songs für die fremdenfeindlich Bewegung der „Hooligans gegen Salafisten“ und ein Lied zu den rechtsextremen Aufmärschen im Herbst 2018 in Chemnitz geschrieben. Die Musiker sind wiederholt auch bei Neonazi-Festivals aufgetreten.

KC sind in der Vergangenheit schon mehrfach bei den „Outlaws“ aufgetreten. Die Stadt Hückelhoven hatte dabei Ende April 2017 ein geplantes Konzert der Band verboten. Das Verbot war nach einer Klage des „Outlaws“-Präsidenten vor dem Verwaltungsgericht Aachen in einem Eilverfahren zuerst bestätigt worden. Das Verwaltungsgericht Aachen hatte aber im Hauptsacheverfahren im Januar 2018 entschieden, dass ein Verbot des Auftritts der rechtsextremen Hooligan-Band formal rechtswidrig gewesen sei.

Im September 2016 und im Februar 2017 waren KC zuvor schon zweimal bei den „Outlaws“ in Baal ohne vorheriges Wissen der Stadtverwaltung aufgetreten. Im Juni 2016 hatte die rechtsextreme Band überdies schon einmal in Heinsberg eine konspirativ organisierte „Record Release Party“ abgehalten. Neben KC waren an diesem Samstag nun auch nicht der rechten Szene zuzuordnende, lokale Blues- und Rockmusiker angekündigt, die neben KC auftreten sollten.

Die Band löst sich jedoch in wenigen Wochen auf und befindet sich derzeit auf Abschiedstournee. Ihr letzten großes Konzert wollen sie Mitte Juni in Ostdeutschland auf dem „Schild & Schwert“-Festival spielen. Auf dem szeneintern als „SS-Festival“ abgekürzten zweitägigen Treffen treten neben KC eine Reihe von Kultbands aus der Neonazi-Szene auf.

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