Fantastische Zirkus-Welt in Christian Papes Garten

Event : Fantastische Zirkus-Welt in Papes Garten

Die zweite Auflage von „Pape macht Zirkus“ war mit fünf ausverkauften Vorstellungen erneut ein voller Erfolg. Der Beecker Humorist Christian Pape hat mit seinen Events den Nerv der Künstler getroffen

Es geschieht bisweilen Erstaunliches, wenn man den mächtigen Torbogen von „Haus Beeck“ durchschreitet. Im Spätsommer landet man bei einem Open-Air-Konzert, das man in einem privaten Garten niemals vermuten würde. Jetzt, Mitte Mai, führte ein roter Teppich zu einem nostalgischen Zirkuszelt, in dem bei fünf ausverkauften Vorstellungen jeweils über 600 Menschen mit Witz, Akrobatik und Musik bestens unterhalten wurden. Auf dem großzügigen Anwesen von Haus Beeck leben drei Generationen der Familie unter einem Dach – und an manchen Tagen eben auch Wolfgang Niedecken, Karl Dall oder Hans Süper.

Niedecken gab im vergangenen Jahr ein umjubeltes Konzert bei „Pape grillt“, der Veranstaltungsreihe, mit der für Humorist Christian Pape für fünf Jahren alles begann. Jahrelang war er bis dato schon auf Deutschlands Bühnen als Kabarettist und Karnevalsredner unterwegs, dann baute er für die „Bläck Fööss“ eine Bühne in seinem Garten und ließ sie spielen – der Anfang einer unglaublichen Erfolgsgeschichte. Im vergangenen Jahr lud der „Beecker Jung“ dann erstmals zu „Pape macht Zirkus“ ein, in diesem Jahr folgte die zweite Auflage.

Und wie schon bei der Premiere hatte Christian Pape auch diesmal wieder Künstler aus der ganzen Welt eingeladen, „aus Moskau, Vietnam und Köln-Sülz“, wie Pape bei der Anmoderation augenzwinkernd erklärte. Aus der Domstadt war beispielsweise Hans Süper angereist, eine Legende im Kölner Karneval. Süper, der im März 83 Jahre alt geworden war, als Teil des „Colonia Duetts“ seit Mitte der 70er Jahre Erfolge im Karneval feierte und jetzt eigentlich im jecken Ruhestand, gab Pape zuliebe noch einmal ein Comeback auf der Bühne und trat bei den fünf Veranstaltungen im Rahmen von „Pape macht Zirkus“ auf. Noch bevor er seiner „Flitsch“ (Mandoline) erste Töne entlockt hatte, erntete er Standing Ovations vom Publikum.

Während Süper das Lokalkolorit abbildete, feierten viele andere Künstler bei „Pape macht Zirkus“ schon etliche internationale Erfolge. Willer Nicolodi etwa, der als einer der besten Bauchredner der Welt gilt und der in Beeck Besuchern in Windeseile diese Kunst „beibrachte“ – Lachsalven waren garantiert. So wie auch bei Jonathan Burns aus Pennsylvania/USA, der demonstrierte, was man alles anstellen kann, wenn man nur gelenkig genug ist – etwa seinen Körper durch eine Klobrille zwängen. Andrey Jigalov gilt, nach dem Tod von Oleg Popov vor drei Jahren, als bester und berühmtester russischer Clown.

Auch er war im beschaulichen Beeck zu Gast, um das Publikum zu unterhalten. Und das tat er so fantastisch, dass er noch nicht einmal Worte brauchte – Mimik und Bühnengehilfe „Fred“ reichten völlig aus. Nach weiteren Auftritten von „The Funky Monkeys“ (Akrobatik), Björn Heuser (Gesang), der Diabolo-Virtuosen Phil Os und den armenischen Verwandlungskünstlern Sos und Victoria endete das rund dreistündige Programm mit Schlager-Barde Guildo Horn, der 1998 für Deutschland beim Eurovision Song Contest angetreten war und mit seinem Lied „Guildo hat euch lieb“ sensationell den siebten Platz belegt hatte. Auch dieser Song durfte in Beeck, wo er ihn unter anderem mit Kuhglocken intonierte, natürlich nicht fehlen.

Nach fünf ausverkauften Vorstellungen in diesem Jahr ist klar, dass „Pape macht Zirkus“ auch 2020 wieder stattfinden wird. Dafür wird Christian Pape wieder sein großes Netzwerk aktivieren, um weltweit bekannte Künstler in seinen kleinen Heimatort zu locken. Inzwischen sind es jedoch auch schon namhafte Künstler selbst, die in der Szene von Papes „Gartenpartys“ gehört haben und dabei sein wollen. „So hat etwa Peter Shub kürzlich über seinen Agenten anfragen lassen, ob er bei der nächsten Ausgabe von Pape macht Zirkus dabei sein könne“, erzählt Pape glücklich.

Ein Ritterschlag für den Wegberger, denn der amerikanische Clown gehört zur Crème de la Crème der Branche. Vielleicht ist es gerade das unprätentiöse und familiäre Ambiente, das die Künstler an Papes Veranstaltungen so lieben. Nicht nur Wolfgang Niedecken oder Karl Dall, der bei der Premiere von „Pape macht Zirkus“ dabei war, standen in Papes Haus schon unter der Dusche. Guildo Horn war mit seinem Wohnwagen angereist und nächtigte dort. Papes Ehefrau Silvia ist der gute Geist und versorgt alle Künstler und Helfer mit Frühstück. Selbst Hans Süpers Hose verpasste sie mit dem Bügeleisen vor dem Auftritt noch den letzten Schliff.

Am 6. September geht es weiter im Garten von Haus Beeck mit der sechsten Auflage von „Pape grillt“, zu Gast sind dann die drei Bands „Querbeat“, „Kasalla“ und „Harvest“ aus den Niederlanden; das Konzert ist längst ausverkauft.

(jf)