Heinsberg-Kirchhoven: Erweiterung des Gewerbeparks Kirchhoven erinnert an Endlosschleife

Heinsberg-Kirchhoven : Erweiterung des Gewerbeparks Kirchhoven erinnert an Endlosschleife

Beschlüsse, Offenlegungen, Widersprüche und wieder alles von vorne — das Thema „Erweiterung Gewerbepark Kirchhoven“ droht, sich im Heinsberger Planungs-, Umwelt- und Verkehrsausschuss zu einer Endlosschleife auszuwachsen.

Die Niederschlagswasserbeseitigung beschäftigt immer noch Bürger, Experten und Verwaltung. Es ist nun vorgesehen, dass lediglich unbelastetes Niederschlagswasser von den Dachflächen der Erweiterungsfläche sowie von Teilen der Bestandsgebäude nach vorheriger Rückhaltung gedrosselt in den Nordsee des Lago Laprello eingeleitet werden soll.

Mit diesem Niederschlagswasserbeseitigungskonzept werde das hydraulisch überlastete Flutgrabensystem entlastet. Das Niederschlagswasser der Hof- und Wegeflächen der Erweiterungsfläche soll nach erfolgter Reinigung mittels Lamellenabscheider in das Grabensystem eingeleitet werden.

Das aktuelle Niederschlagswasserbeseitigungskonzept wurde laut Verwaltungsvorlage mit dem Wasserverband Eifel-Rur und der Unteren Wasserbehörde des Kreises Heinsberg abgestimmt und von diesen befürwortet. Zudem sei das Schallimmissionstechnische Gutachten an die Anforderungen der aktuellen Rechtsprechung angepasst worden. Nun steht eine neuerliche Offenlage der Planung an.

Auf die Stellungnahme der Bürgerinitiative gegen die Erweiterung des Gewerbeparks brauchen die Ausschussmitglieder allerdings nicht lange zu warten, denn diese äußert sich jetzt schon klar gegenüber unserer Zeitung.

„Mit der im neuen Bebauungsplan vorgesehenen zusätzlichen Bebauungsmöglichkeit der vorhandenen Bestandsflächen und der fehlenden Versickerungsmöglichkeit aufgrund des hohen Grundwasserstandes gehen wir davon aus, dass es zu einer zusätzlichen Belastung des Flutgrabens kommen wird, da es nicht geplant ist, dieses Wasser in den Nordsee zu leiten“, erklärt Stefan Thies von der Bürgerinitiative.

„Auch in der überarbeiteten Machbarkeitsstudie wird weiterhin davon ausgegangen, dass Niederschlagswasser der Dächer des Gewerbegebiets unbehandelt in den Nordsee des Lago Laprello eingeleitet werden soll. Den Fall eines Brandes im Gewerbegebiet unterstellt, gehen wir nicht davon aus, dass sichergestellt ist, dass keinerlei kontaminiertes Löschwasser in den See gelangt.“ Deshalb bleibe es dabei: „Insgesamt fordern wir weiterhin, dass kein Abwasser in den Lago geleitet wird und das Entwässerungskonzept somit nicht genehmigt wird!“

In der Schallimmissionstechnischen Bestandsaufnahme würden rechnerische Modelle über die potenzielle Lärmbelastung der Anwohner zu Grunde gelegt. In den vier Jahren, die das Verfahren nun andauere, habe es die Verwaltung „nicht für nötig befunden, diese Werte anhand von konkreten Messungen zu verifizieren, obwohl die Bürgerinitiative dies schon seit Beginn des Verfahrens fordert“.

Neben einer Befragung der Unternehmen zur Lärmentwicklung hätte man ebenfalls die Anwohner in direkter Nachbarschaft befragen müssen, glaubt Thies. — Es bleibt spannend.

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