Rad, Auto oder Bus?: Erkelenz will in Sachen Mobilität zukunftssicher werden

Rad, Auto oder Bus? : Erkelenz will in Sachen Mobilität zukunftssicher werden

Die Stadt Erkelenz will sich beim Thema der Mobilität zukunftssicher aufstellen und eine fundierte Datenbasis schaffen für die zukünftige Verkehrsplanung in der Innenstadt und den Außenorten.

Wer nutzt wie oft das Rad oder das E-Bike? Welches Verkehrsmittel wird für den Weg zur Arbeit genutzt? Ist Carsharing eine Option im Alltag oder wie häufig wird der ÖPNV gewählt?

Der Frage, wie sich der Erkelenzer im Alltag bewegt, geht das Dortmunder Planungsbüro „Planersocietät“ ab kommendem Dienstag, 18. September, wissenschaftlich auf den Grund. 5500 der rund 18.000 Erkelenzer Haushalte wurden per Zufall ausgewählt und erhalten in den kommenden Tagen einen Fragebogen über die Fortbewegungsgewohnheiten der Haushaltsmitglieder.

Durch die breite Streuung erhofft sich die Stadt eine belastbare Zahl von Rückläufern. Man sei optimistisch, eine Rücklaufquote von zwölf bis 15 Prozent zu erreichen, erklärte der Technische Beigeordnete Ansgar Lurweg bei einem Pressegespräch im Rathaus. „Eine hohe Beteiligung ermöglicht es uns, Mobilität gemeinsam mit den Bürgern und nach ihren Bedürfnissen zu gestalten“, erklärte Lurweg.

Die Teilnahme an der Befragung ist freiwillig und kann schriftlich auf dem Postweg, online oder bei Interesse sogar telefonisch stattfinden. Die repräsentative Haushaltsbefragung ist anonym, die Antworten werden keinen Adressen oder Personen zugeordnet.

„Die gesetzlichen Anforderungen an den Datenschutz werden streng eingehalten, die Daten im Anschluss vernichtet“, versicherte Julian Scheer. Er ist Teamleiter für Mobilitätserhebungen bei der Planersocietät und hat schon eine ähnliche Erhebung für den Kreis Heinsberg erstellt. Diese beinhaltete auch einige zufällig ausgewählte Teilnehmer aus Erkelenz, sei aber weniger geeignet, um daraus Folgerungen für die Planung vor Ort anzustellen, führte Scheer aus.

Die Umfrage ist dreigeteilt. Neben der Haushalts- und Personenbefragung gibt es ein Wegeprotokoll. Die Teilnehmer werden darin gebeten, an einem bestimmten Tag ihre jeweiligen Wege nach dem Verkehrsmittel zu dokumentieren. Die Termine sind jeweils von dienstags bis donnerstags an drei aufeinander folgenden Wochen. „Außergewöhnliche Zeiten wie der Wochenanfang, Feiertage und der Markttag werden ausgeschlossen“, erläuterte Scheer. So sei sichergestellt, dass sich das alltägliche Mobilitätsverhalten der Bürger in den Angaben widerspiegele.

Die Befragung läuft bis zum 11. Oktober. Die Gesamtkosten in Höhe von rund 50.000 Euro werden zu 75 Prozent vom Land NRW gefördert. In Erkelenz ist die Befragung auch willkommen, weil sie gerade recht kommt. Die Stadt will nämlich nach sieben Jahren ihre Mitgliedschaft in der „Arbeitsgemeinschaft fußgänger- und fahrradfreundlicher Städte, Kreise und Gemeinden in NRW“ (AGFS) verlängern und sich entsprechend als gut ausgerüstet für die Zukunft präsentieren.

Darüber hinaus liegt ja auch noch das integrierte Handlungskonzept Innenstadt auf den Tischen der Ratsfraktionen. Hier war fraktionsübergreifend Gesprächsbedarf angekündigt worden, um die verschiedenen Vorstellungen unter einen Hut zu bekommen. Mit den erhobenen Daten, deren Auswertung Anfang nächsten Jahres vorliegen wird, kann entsprechend fundiert geplant werden.

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