Erkelenz: „Erkelenz ist ein gutes Pflaster für Bier“

Erkelenz : „Erkelenz ist ein gutes Pflaster für Bier“

Die erfolgreiche zweite Auflage der Bierbörse am Ziegelweiherpark unterstreicht, was Walter von der Forst bei der Eröffnung nebst Fassanstich am Freitag schon betonte. „Erkelenz ist ein gutes Pflaster für Bier“, hatte der stellvertretende Bürgermeister gesagt und dann kräftig mit dem Hammer zugeschlagen, damit das Freibier auch in die Gläser floss.

Mehr als 350 Biersorten aus der ganzen Welt warteten darauf, probiert zu werden. Dazu lud auch die gemütliche Atmosphäre an den Biertischen im Schatten der Bäume ein. Die Organisatoren der Börse hatten im Vorfeld schon durchscheinen lassen, dass das Areal am Ziegelweiher noch viel mehr Besucher als im Vorjahr aufnehmen könnte.

Musikalisch viel zu bieten: Die Band For Example sorgte bei der Bierbörse für gute Stimmung. Foto: Wichlatz

Das und die Qualität der Biere schien sich herumgesprochen zu haben, denn über zu wenige Besucher konnten sich Tamara Theißen und Andreas Born nicht beschweren. Sie organisieren die Bierbörsen von Gerderhahn aus gemeinsam mit Angela Raab und Wolfgang Wahl vom benachbarten Hotel am Weiher und konnten an allen drei Veranstaltungstagen Besucherzahlen im vier- und fünfstelligen Bereich vermelden. Das lag sicher auch daran, dass neben den Bieren aus aller Welt das Bühnenprogramm stimmte. Mit „Papa‘Z Finest“, „For Example“ und der „Bridgeman Blues Band“ hatten die Börsenmacher gleich drei gute Griffe getan.

Doch zurück zum Bier. Das floss in Strömen bei den rund 20 Ausstellern, die sich ausschließlich dem Gerstensaft widmeten. Neben manchem exotischen Bier waren aber auch Cider, Weine und Longdrinks im Angebot. Ein starkes Segment auf der Börse waren die sogenannten Craftbiere. Mit dem Namen bezeichnet man die Erzeugnisse kleiner und unabhängiger Brauereien, die es seit einiger Zeit auch in unserer Region gibt.

„Altes Alt“ und „pilsiges Pils“

Zum Beispiel die Hausbrauerei Hensen aus Mönchengladbach. Seit einem Jahr produzieren Patrick Schroeder und Johannes Rödig unter dem Traditionsnamen in dem alten Sudhaus in Waldhausen „altes Alt“ und „pilsiges Pils“, wie sie sagen. Die alte Hausbrauerei Hensen sei 1793 gegründet und in den 70er-Jahren des vorigen Jahrhunderts geschlossen worden, berichtete Rödig am Rande der Eröffnung. „Zehn Hektoliter pro Woche schaffen wir“, sagte sein Partner Schroeder, der das Brauereihandwerk von der Pike auf gelernt hat.

Neben den Mönchengladbachern waren auch das Hilfarther Brauhaus und Organisator Wahl mit seinem Lambertus-Bier vertreten. Wer mehr erfahre wollte über Craftbiere, der konnte ein „Tasting“ buchen. Das ist neudeutsch für „Verköstigung“ und beinhaltete auch einige Tipps über den Einsatz von Craftbieren in der Küche.

Darüber hinaus erwarteten den neugierigen Besucher auch außergewöhnliche Biere, wie das „Schwarzer Abt“, das wohl einzige Bier der Welt, das vom Papst persönlich gesegnet wurde. Oder ein Schwarzbier mit dem vertrauenserweckenden Namen „Mord und Totschlag“. Ein Blickfang war die Flasche des „Lucky Buddha“, die eben diesen auch darstellte. Zum Glück brauchte man die Flaschen oder seltenen Gläser nicht zu „stibitzen“, wenn man sie behalten wollte. Ihr Gegenwert war mit dem hinterlegten Pfand abgegolten.

Die Besucher mit der vielleicht weitesten Anreise waren Michaela und Christian Wolf. Die beiden stammen aus Idar-Oberstein und sind bekennende Fans der Bierbörse und spontaner Ausflüge. Als sie im Internet lasen, dass an dem Wochenende in Erkelenz eine Bierbörse stattfindet und sich erinnerten, dass Erkelenz ganz in der Nähe von Aachen liegt, wo Michaela Freunde hat, war klar, wohin der Spontan-Trip führte.

Am „Haus der 131 Biere“ belohnten sie sich dann mit zwei Flaschen „Presidente“, das sie während eines Urlaubs in der Karibik schätzen gelernt hatten. „Ich schätze an der Bierbörse, dass es hier friedlich zugeht“, sagte Michael Wolf. „Man kommt schnell mit netten Menschen ins Gespräch und wirklich betrinken tut sich kaum jemand.“

Mehr von Aachener Nachrichten