Erkelenz im Zeichen des Europagedankens

Französischer Markt : Erkelenz im Zeichen des Europagedankens

Drei Tage lang wollen die Stadt Erkelenz und ihre Partnergemeinden gemeinsam den europäischen Gedanken und die Freundschaft über Grenzen hinweg feiern. Anlass für das Fest sind die Jubiläen der Partnerschaften mit Erkelenz.

Die Verbindung zur französischen Gemeinde Saint James besteht seit 45 Jahren, die zu Bad Windsheim aus der fränkischen Schweiz 25 Jahren und die Stadtteilpartnerschaft der sächsischen Stadt Thum mit dem Erkelenzer Ortsteil Lövenich seit fünf Jahren. „Wir wollen die Menschen aus allen Teilen Europas zusammenbringen und in den Dialog bringen“, betonte der Erkelenzer Bürgermeister Peter Jansen bei einem Pressegespräch.

Denn Europa sei kein Selbstläufer, vielmehr eine Idee, für die man werben müsse. Das sieht das auch Maria Sprenger vom Verein Erkelenz International. Der Verein bemüht sich seit seiner Gründung vor fast sechs Jahren um den Europagedanken und ist federführend bei der Organisation des Europafestes in Erkelenz beteiligt.

Das Jubiläum der Erkelenzer Partnerschaften war ein guter Anlass, um für den Europagedanken zu werben. So entstand die Idee eines gemeinsamen Europafestes, das von Freitag, 25. Oktober, bis Sonntag, 27. Oktober, gefeiert wird. Eingeladen sind neben den Delegationen aus den Partnerstädten auch deren weitere Partner. So werden Delegation aus dem südenglischen Beaminster, Partnerstadt von Saint James, dem tschechischen Zatec, der Partnerstadt Thums sowie dem italienischen Este und dem französischen Saint Yrieix-La-Perche (beides Partnerstädte von Bad Windsheim) in Erkelenz erwartet.

Die Gäste erwartet ein breit gefächertes und informatives Programm, das vom alljährlichen Französischen Markt ergänzt wird, zu dem der Gewerbering traditionell am letzten Wochenende im Oktober einlädt. Sprenger zeigte sich erfreut, dass auch Erkelenzer Schulen aktiv dabei sind.

So haben sich Schüler beider Gymnasien mit dem Europagedanken auseinandergesetzt und eine Ausstellung zum Thema Europa erarbeitet, die am Freitag, 25. Oktober, um 16 Uhr im Foyer der Stadthalle eröffnet wird. Diese soll die Gästen vor allem ins Gespräch bringen und Denkanstöße geben für die Diskussion am Samstag, 26. Oktober. „Diesen Tag haben wir bewusst als Thementag organisiert“, erklärte Sprenger. Im Mittelpunkt stehen die Zukunft Europas und die Themen Migration und Integration.

An der Podiumsdiskussion werden unter anderem Michael Kutz vom Kinderschutzbund, Johannes Eschweiler vom Bistum Aachen und Ulrich Schirowski von der Wirtschaftsförderung des Kreises teilnehmen. Beleuchtet werden die Themen Integration von Flüchtlingen, Fachkräftemangel, Saisonarbeit und ausländische Pflegekräfte. Interessant sei es, die Ansichten der tschechischen, französischen, italienischen und englischen Gäste zu erfahren, erklärte Sprenger.

Das Feiern soll aber auch nicht zu kurz kommen an dem Wochenende. Nach einem Begrüßungsabend am Freitag und einem Festabend in der Stadthalle am Samstag laden die Organisatoren auch zur musikalischen Festmesse in die Pfarrkirche St. Lambertus ein. Dort wird das musikalische Programm vom Chorensemble „Bella Voce“ unter der Leitung von Kantor Stefan Emanuel Knauer gestaltet. Am Samstagabend tritt auch der ehemalige Jugendchor von St. Lambertus auf, auf den die Städtepartnerschaft mit Saint James zurückgeht. Der Chor wird die „EWuropean Suite“ von Hubert Minkenberg aufführen. Auch der Chor und die Bigband des Cusanus-Gymnasiums werden mit von der Partie sein, ebenso die Chöre WestVocals und Jazzappeal sowie der Städtische Musikverein. Bei der „European Suite“ kommt das Universitätsorchester der TU Dortmund zum Einsatz.

Doch auch der Gewerbering lädt zur Musik ein. Am Samstag findet erstmals um 14.30 Uhr im Rahmen des Französischen Marktes ein Arkadenkonzert am Alten Rathaus statt. Auftreten wird die Gruppe „Les Ricochets“ mit der Sängerin Noémi Schröder, wie Helmut Dahlen vom Gewerbering erklärte. Nicht fehlen dürfen natürlich die „Enten“, deren Treffen jeweils am Sonntag zum Markt schon Tradition hat. Zu den Citroen-Modellen gesellen sich ab 12 Uhr auch gerne andere französische Oldtimer wie der R4 oder der Citroen DS. Abgerundet wird das Angebot am Markt vom verkaufsoffenen Sonntag, zu dem die Einzelhändler der Innenstadt von 13 Uhr bis 18 Uhr einladen.

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