Erftverband zeigt mögliche Lösung

Zu hohes Grundwasser : Erftverband zeigt mögliche Lösung

Es ist ein leidiges und schon seit Jahren schwelendes Thema. Mancher Hausbesitzer in Oberbruch, Grebben oder Schafhausen kämpft mit dem Grundwasser, das für feuchte Keller sorgt.

Nicht zuletzt deshalb war der Auftrag zum Aufbau eines Detailgrundwassermodells und zur Durchführung von Simulationsrechnungen zu Lösungsansätzen durch die Stadt Heinsberg an den Erftverband erteilt worden. Eine wäre nun denkbar. Speziell war der Modellaufbau als Grundlage für eine hydraulische Grundwassermodellierung aufgezeigt worden. Als Eingangsdaten mussten die Wasserspiegel der Auskiesungsgewässer, die mittleren Wasserspiegel für Rur und Wurm und die Profile der Nebengewässer eingepflegt werden. Jetzt stellten Holger Diez und Dr. Stephan Lenk vom Erftverband im Rat der Stadt zwei mögliche Lösungsansätze vor.

Die erste Variante, bei der zehn neue zu bauende Brunnen und zwei Bestandsbrunnen des Veolia-Industrieparks in Oberbruch genutzt würden, erschien gleichsam als die sinnvollste. Denn nur so wäre ein kompletter Schutz der Ortschaften Schafhausen, Grebben und Oberbruch gesichert. Das Grundwasser würde dann bis auf 2,5 Meter abgesenkt. 8,7 Millionen Kubikmeter Wasser müssten pro Jahr laut Modellrechnung maximal gefördert werden. Die zweite Variante, bei der nur Veolia-Brunnen zum Einsatz kämen, würde nicht alle betroffenen Gebiete schützen können.

Schon während der Sitzung wurde deutlich, dass aber auch die erste Variante noch einige Unabwägbarkeiten beinhaltete. So blieb zum Beispiel die Frage offen, ob bestehende Entwässerungsgräben überhaupt in der Lage wären, die Wassermengen zusätzlich aufzunehmen. Eine Frage, die der Wasser-Verband Eifel-Rur beantworten müsste. Ein noch größeres Problem ist laut Jakob Gerards, dem Ersten Beigeordneten der Stadt, aber der Umstand, dass die Bezirksregierung zunächst auf die Erstellung eines Gebäudekatasters pochen werde, um eine exakte Menge des abzupumpenden Wassers berechnen zu können.

Aus Ermangelung eines solchen waren die Experten des Erftverbandes von einem „Worst-Case-Szenario“ augegangen. Ob die Stadt nun die Erstellung eines solchen Katasters an eine Fremdfirma vergeben wird oder durch eigenes Personal zu stemmen versucht, steht noch nicht fest. Sicher ist jedoch schon jetzt, dass die gesamte Maßnahme recht kostenintensiv sein dürfte. Und von einer Fördermöglichkeit geht Gerards derzeit zumindest noch nicht aus.

„Ich kann die Stadt nur beglückwünschen, dass sie sich dazu durchringt, die Problematik gutachterlich begleiten zulassen“, hatte der frühere CDU-Stadtverbandsvorsitzende Hans-Josef Heuter, der auch von dem hohen Grundwasserpegel betroffen ist, im Mai 2017 gegenüber unserer Zeitung erklärt. Der ehemalige Unternehmensbereichsleiter der oberirdischen Gewässer beim Wasser-Verband Eifel-Rur hatte seinerzeit einen eigenen Lösungsvorschlag geäußert. Er schlug vor, das Pumpen-Know-how des Industrieparks in Oberbruch zur Absenkung des Grundwassers für ein temporäres Wasserrecht wieder auf Dauer durch die Stadt zu nutzen, die ja dann die entstehenden Kosten als Umlage im betroffenen Gebiet geltend machen könne, sagte Heuter. Jetzt wäre er allerdings auch mit der Lösungsvariante des Erftverbandes einverstanden, wie er auf Nachfrage kundtut.

„Nun soll das Ergebnis ja erstmal in die Fraktionen. Ich habe aber schon die Ortsvorsteher angemahnt, dass im nächsten Jahr Wahlen sind“, macht Heuter Druck. Wenn bis dahin noch nichts begonnen oder zumindest beschlossen werde, behalte er sich immer noch vor, eine Bürgerinitiative ins Leben zu rufen. „Man hat schließlich zehn Jahre ins Land ziehen lassen, ohne dass sich was getan hat.“

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