Hückelhoven: Erfolgreiche Diagnose auf der Bühne des Gymnasiums

Hückelhoven : Erfolgreiche Diagnose auf der Bühne des Gymnasiums

„Vorhang auf, Manege frei“ — so hieß es jetzt in der Hückelhovener Aula. Der Schulzirkus Pepperoni des Gymnasiums stellte sein neues Programm „Diagnose“ vor. Mehr als 40 Jugendliche im Alter von 11 bis 18 Jahren zeigten dabei ihr ganzes Können.

Bianca Schiff, Lehrerin am Gymnasium und — wenn man so will — die Zirkusdirektorin, zeigte sich begeistert von der wirklich gut gefüllten Aula. „So voll war es bei uns schon lange nicht mehr.“ Die Idee zum Programm sei aus der Beobachtung entstanden, dass jeder ja irgendwie verrückt sei und auch jeder seine kleinen Macken habe. „ADHS, Legasthenie, Burnout — irgendwie sind wir ja alle therapiebedürftig“, fügte Bianca Schiff hinzu.

Mit dem Tuch hoch oben: Auch die Akrobaten des Zirkus Pepperoni begeisterten mit ihrem neuen Programm in der Aula. Foto: Sebastian Riechel

Die vielen „Macken“ eines jeden jungen Künstlers lösten bei der Premiere allerdings wahre Begeisterungsstürme aus. Mit einer Handstandeinlage und einem „Diabolo-Feuerwerk“ mit passender, fetziger Musik läutete der Zirkus Pepperoni sein Programm ein. Hoch hinaus ging es danach, als die Akrobatinnen am Tuch beeindruckend über die Bühne schwebten.

Um solche Höchstleistungen abliefern zu können, trainiert der Zirkus einmal die Woche immer montags unter der Leitung von Bianca Schiff. „Und weil wir ja alle so verrückt sind, trainieren meine Schüler sonntags zudem immer noch einmal, wobei die älteren Schüler dann das Training leiten“, so die Pädagogin. Besonders stolz zeigte sie sich, dass sogar ehemalige Schüler wieder dabei sind. „Wenn es heißt, der Zirkus Pepperoni ist wieder auf der Bühne, dann werde ich immer direkt angerufen, ob noch ein Platz frei ist.“

Als die Zuschauer nach der Pause wieder in die Aula kamen, trauten sie ihren Augen kaum. Auf der Bühne stand inzwischen ein riesiger schwarzer Mast, gesichert von zwei dicken Drahtseilen. Man mochte annehmen, die Spitze touchiere schon die Decke der Aula. Wie sich kurz danach herausstellte, war diese Konstruktion der sogenannte Chinesische Mast, an dem Antonia Classen, eine von vielen Akrobatinnen, ihr ganzes Können unter Beweis stellte.

Auch danach durften Drahtseile nicht fehlen, diesmal dienten sie aber als Balancier-Herausforderung. Bei jeder Vorstellung mit dabei war Dr. Hanna, gespielt von Hannah Kallen. Sie versuchte, ihre „Patienten“ von den bekannten „Verrücktheiten“ zu heilen, was allerdings gründlich misslang. Das lag auch nicht zu daran, dass sie sich selbst dazu verleiten ließ, Stift und Klemmbrett aus der Hand zunehmen und ihrer wahren Bestimmung zu folgen, dem Tuch. Das große Finale war den Feuer-Künstlern vorbeihalten, die dem Publikum noch einmal so richtig einheizten.

Nach dieser Vorstellung kann man nur hoffen, dass die jungen Artisten ihre „Macken“ beibehalten.