Hückelhoven: Energiewende in die Haushalte hineintragen

Hückelhoven: Energiewende in die Haushalte hineintragen

Die Unternehmer in Hückelhoven sind aufgerufen, sich in Netzwerken zusammenzuschließen und gezielt nach Wegen und Möglichkeiten zu suchen, um den Umgang mit Energie zukunftsfähig zu gestalten. Zum Auftakt hatte die Stadt in den Ratssaal geladen, wo die Aachener Professorin Isabel Kuperjan Ziele und konkrete Vorgehensweisen des Klimaschutzkonzeptes vorstellte.

Die CO2-Bilanz hatte Kuperjan bereits im vergangenen August ausgewertet und im März das Klimaschutzkonzept im Bau- und Umweltausschuss vorgestellt. Das Konzept, für das Kuperjan warb, besteht aus drei tragenden Säulen: erstens Sparen, zweitens Verbesserung der Umwandlungstechnik und drittens vermehrte Nutzung regenerativer Energien.

Effiziente Sanierung

Es sieht die aktive Teilnahme von Industrie, Dienstleistern und Handel vor Ort vor. Zusammen tragen sie mit rund 45 Prozent zum Gesamtenergieverbrauch in Hückelhoven bei. Dabei sei es gerade für die Wirtschaft wichtig, Energie preiswert und verfügbar zu halten, erläuterte Kuperjan.

Daher müsse frühzeitig durch eine Verhaltensänderung im Energieverbrauch Einfluss genommen werden. Zum Beispiel durch die Vermeidung unnötigen Verbrauchs, Investitionen in moderne Technik und energieeffiziente Sanierung von Firmengebäuden.Um hier schnell zu allgemein brauchbaren Ergebnissen zu kommen, müssen die Teilnehmer vom Wissen und den Erfahrungen der anderen profitieren und aus einem „Wissens-Pool“ schöpfen können.

Die Professorin riet den Anwesenden, Netzwerke zu bilden, sich auszutauschen und Synergien zu nutzen. Drei Netzwerke sollen es werden: eines für Großunternehmen, eines für Kleinunternehmer und Dienstleister und eines für Handwerk, Architekten und Energieberater. Gerade das letzte Netzwerk soll die Brücke zu den Privathaushalten schlagen und die große Energiewende in die Wohnstuben tragen. Die Privathaushalte machen in der Bilanz das größte Stück der Torte aus.

Recht bescheidener Anteil

Die Stadt selbst nimmt sich anteilig recht bescheiden aus. Dafür ist ihr Engagement wichtig, weil es Vorbildcharakter hat. Bürgermeister Bernd Jansen hob hervor, dass ein Mitarbeiter in der Verwaltung zum Energieberater ausgebildet wird und die Bürger beraten soll. Auch werden die städtischen Gebäude „auf Vordermann gebracht“. Schon jetzt steht Hückelhoven dank der Fernwärme eigentlich gut da. Denn im Schnitt verbraucht jeder Hückelhovener 7,2 Tonnen CO2 im Jahr und liegt damit 35 Prozent unter dem Bundesdurchschnitt.

Das erste Netzwerktreffen für die Großunternehmen soll im September stattfinden, das der Architekten, Energieberater und des Handwerks im November. Für alle Netzwerke stehen Berater zur Verfügung. Ziel der auf drei bis vier Jahre angelegten Netzwerke seien aus Erfahrungswerten rund zehn Prozent Einsparung zu erzielen, erklärte Kuperjan im Rahmen der Diskussion.

So seien bis zu drei Prozent Einsparung im Jahr durch verschiedene Maßnahmen durchaus realistisch. Ähnliche Netzwerke gibt es auch in anderen Kommunen im Rheinland. Die dort gesammelten Erfahrungen seien durchaus positiv, so Kuperjan.

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