Hückelhoven: „Emocion — The Sounds of Tango“ verzaubert mit Brillanz und Inbrunst

Hückelhoven : „Emocion — The Sounds of Tango“ verzaubert mit Brillanz und Inbrunst

Wieder einmal war con brio, den Freunden der Kammermusik, ein besonderes Highlight gelungen mit der Einladung von „Emocion — The Sounds of Tango“ in die Aula des Gymnasiums. Und ein erfreulich großes Publikum ließ sich zwei Stunden lang von den Klängen dieser südamerikanischen Musik verzaubern, die insbesondere als Tanz den meisten wohl bekannt ist.

Und nicht nur die normalerweise in einem Konzert ungewohnte Musik war das Besondere. Das Ensemble ist von einer Internationalität, die ihresgleichen sucht: Die Musiker begegneten sich als Mitglieder des Qatar Philharmonic Orchestra und gründeten ihr Quartett, später ergänzt durch eine Sängerin zum Quintett.

Es gehören ihm an der Arrangeur, Pianist, Trompeter und Spieler der indischen Orgel (nahe am Bandoneon und sehr selten gehört) Joris Laenen aus Belgien, verheiratet mit einer Koreanerin; die Geigerin Soledad hat ihre Wurzeln in Peru. Sie erregte große Heiterkeit, als sie erzählte, ihre von einem indischen Mantra inspirierte Komposition sei in Immerath (neu) entstanden.

Im Übrigen wurden mehrere von den Musikern komponierte Stücke ausgeführt; der Cellist Christoph Carlos Schmitz ist Deutsch-Venezolaner; der Percussionist Ferdinand Schäfer ist Deutscher; die Sängerin Sevine Abi Aad ist im Libanon zu Hause und singt auf Deutsch, Französisch, Englisch, Spanisch und Arabisch. Und sie unterstreicht ihren Gesang durch viele schauspielerische Elemente.

Schon das erste von 16 Stücken auf dem Programm riss das Publikum mit. Es ging gleich in die Vollen. Und im weiteren Verlauf des Konzertes wurde immer deutlicher, worin der Reiz dieser Musik besteht und was sie von anderen Musik-Stilen unterschied.

Von zart bis wild

Das war einmal die hervorragende technische und stimmliche Brillanz der Fünf, gepaart mit einer außerordentlich gelungenen Interpretation der verschiedenen Stimmungen, die insbesondere dem Tango als Musikrichtung und nicht so sehr als Tanz zugrunde liegen. Da wechselten sich wildes Temperament und zarte Empfindungen ab.

Und es kam manchem wohl auch ein nicht mehr so gebräuchliches Wort in Erinnerung: „Inbrunst“. Dass die meisten Kompositionen vom argentinischen Tango-König Astor Piazzolla stammten, war wohl zu erwarten.

Aber auch die anderen Werke (wie schon gesagt zum Teil von den aktiven Musikern) standen denen in nichts nach.

Sehr beeindruckend war auch das dialogische Spiel der Einzelnen; niemand drängte sich in den Vordergrund. Und neben den vielen musikalischen Erlebnissen eines begeisterten Publikums, das auch nach den einzelnen Stücken in starken Beifall ausbrach, war noch etwas bemerkenswert: Der Percussionist begleitete nicht nur auf seinem Vibraphon, durch eine Vielzahl von selten gehörten Geräuschelementen gab er den Stücken immer wieder einen besonderen Tupfer.

Standing Ovations am Schluss, Blumen und zwei Zugaben — ein restlos begeistertes Publikum ging sehr zufrieden nach Hause.

Und der Titel des Konzertes — Emocion = Gefühl — wird wohl noch lange in den einzelnen Gefühlen nachwirken.

(hl)