Erkelenz: Electrisize-Festival zeichnet sich durch familiäre Atmosphäre aus

Erkelenz: Electrisize-Festival zeichnet sich durch familiäre Atmosphäre aus

Haus Hohenbusch zwischen Matzerath und Hetzerath. Eigentlich ein beschaulicher Ort mitten im Erkelenzer Land. Doch einmal im Jahr an einem Wochenende im August herrscht hier absoluter Ausnahmezustand. Denn dann findet das Electrisize-Festival mit tausenden Besucher statt. Und dieses Jahr wieder mit einem neuen Besucherrekord.

„Wir kratzen an der Marke von 20.000 Gästen, die mit uns feiern wollen“, erklärte Dominik Mercks, einer der Veranstalter und sozusagen Mann der ersten Stunde. Ganz klein habe das Ganze angefangen, mehr oder weniger als Sommerparty. Seitdem sie 2013 das erste Mal ihre Zelte am ehemaligen Kloster aufgeschlagen hätten, würden jedes Jahr mehr Besucher kommen.

Schon wieder ein Besucherrekord gebrochen: Jedes Jahr werden es mehr Besucher, die das Electrisize-Festival an Haus Hohenbusch mitfeiern wollen. Fotos (4): Sebastian Riechel Foto: Sebastian Riechel

„Aber dabei wollten wir nie einfach nur größer werden, wir wollen jedes Jahr unser Festival schöner machen und unseren Gästen mehr bieten“, fügte Mercks hinzu. „Außerdem wollen wir immer die familiäre Atmosphäre beibehalten, mit der wir begonnen haben.“ So ist es auch nicht verwunderlich, dass viele Menschen hinter den Kulissen seit Anfang an dabei sind. „Einige nehmen sich extra zwei Wochen Urlaub, um zu helfen“, erzählt er.

Die „Hardsize-Stage“ (oben) ist nicht jedermanns Sache, aber inzwischen die zweitgrößte Bühne und ein voller Erfolg. Der Weg zur richtigen Bühne war schnell gefunden, dank Wegweisern. Kathrin (Bild unten r., 2.v.r.) war zum dritten Mal bei der Electrisize, für ihre Freundin Marie (3.v.r.) war es das erste Mal.

Insgesamt dauert der Auf- und Abbau nämlich ganze 14 Tage. Dann entstehen auf den Obstwiesen des ehemaligen Klosters sechs Bühnen, dutzende Stände für Getränke und ein sogenannter „Food-Court“, wo Pizza, Pasta und Burger auf Hungrige warten. Bezahlt wird mit den so genannten „Token“, die einzig gültige Währung auf dem Gelände.

Die „Hardsize-Stage“ (oben) ist nicht jedermanns Sache, aber inzwischen die zweitgrößte Bühne und ein voller Erfolg. Der Weg zur richtigen Bühne war schnell gefunden, dank Wegweisern. Kathrin (Bild unten r., 2.v.r.) war zum dritten Mal bei der Electrisize, für ihre Freundin Marie (3.v.r.) war es das erste Mal.

Überall finden sich an diesem Wochenende strahlende Gesichter, Menschen, die sich in den Armen liegen und auf den „Stages“ zusammen feiern. Eine von ihnen ist Kathrin, die bereits zum dritten Mal das Festival besucht. „Es fühlt sich einfach an wie zu Hause“, erzählt die junge Heinsbergerin begeistert. „Man trifft jedes Jahr viele alte Bekannte, aber jedes Jahr auch neue Leute“, versucht sie den besonderen Reiz zu beschreiben.

Mit dabei ist ihre Freundin Marie, im Gegensatz zu Kathrin ist sie zum ersten Mal dabei. „Ich bin super gespannt, was mich erwartet. Bis jetzt bin ich einfach nur völlig platt und begeistert“, beschreibt sie ihre momentane Gefühlslage. „Aber keine Sorge, sie hat ja mich, ich werde sie schon ein bisschen an die Hand nehmen“, sagt Katrin lachend.

Für den reibungslosen Ablauf sorgen neben dem Team von Dominik Mercks rund 300 Freiwillige und Helfer. Von Kellnern über Köche bis hin zu denjenigen, die bis in die Morgenstunden auf den Verkehr achten. Schon die Zufahrtstraßen und Feldwege wurden weiträumig abgesperrt und nur für Shuttlebusse freigehalten, die zwischen dem Festivalgelände und dem Bahnhof in Erkelenz pendeln.

Für alle, die mit dem Auto anreist sind, stehen auf den umliegenden Feldern knapp 2000 Parkplätze zur Verfügung. „Die haben wir aufgrund der langen Trockenheit mit Unterstützung der Feuerwehr extra gewässert. Damit da auch gar nichts passieren kann“, erklärt Dominik Mercks.

Besonders freut er sich, dass dieses Jahr auch der Campingplatz direkt gegenüber dem Eingang ist. Auch er ist, wie das Festival, stetig gewachsen. Angefangen im ersten Jahr mit 300 Campern, sind es dieses Jahr 2000 Menschen, die ihre Zelte auf den Erkelenzer Feldern aufschlagen. Eine weitere Besonderheit ist die neue Bühne mit dem schönen Namen „Blackout Stage“.

Dort sind die Freunde des Hip-Hops genau an der richtigen Adresse. „Wir sind gespannt, wie sie ankommt“, sagt Mercks. Einen Fan hatte sie auf jeden Fall direkt dazugewonnen. „Ich find‘ sie den absoluten Hammer!“ Kathrin ist begeistert.

Drei Nächte und zwei Tage wurde gefeiert und getanzt. Sonntagmorgen gegen drei Uhr waren dann die letzten Sets gespielt und Töne verklungen. Jetzt heißt es für Dominik Mercks und sein Team alles abbauen und verstauen bis zum nächsten Jahr. Wenn auf Haus Hohenbusch an einem Wochenende im August wieder der Ausnahmezustand herrscht.

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