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Auszeichnung Goldenes Pflegeherz: Eine Anerkennung für die Arbeit der Pflegenden und Betreuenden

Auszeichnung Goldenes Pflegeherz : Eine Anerkennung für die Arbeit der Pflegenden und Betreuenden

„Der Blick der Öffentlichkeit gilt meist den zu Pflegenden. Doch auch die Menschen, die jemanden pflegen oder betreuen, haben es verdient, einmal im Mittelpunkt zu stehen.“

Diese Ansicht vertritt Hildegard Stapper, die im vergangenen Jahr zu denjenigen Menschen gehörte, die mit dem Goldenen Pflegeherz vom Verbund „Starke Partner – Pflegenetz im Kreis Heinsberg“ ausgezeichnet wurden. Bis Ende August können neue Vorschläge für die Verleihung der Auszeichnung eingereicht werden.

Hildegard Stapper empfindet es als sehr schöne Geste und Anerkennung, dass die Arbeit der Pflegenden und Betreuenden mit der Verleihung des Pflegeherzens in die Öffentlichkeit gerückt wird. „Auch ich bin stolz darauf, das Pflegeherz zu tragen“, sagt die 81-Jährige. Die Veranstaltung ist für sie eine schöne Erinnerung. „Noch Wochen später wurde ich von verschiedenen Leuten darauf angesprochen und viele gratulierten mir.“ Jeder, der pflege oder jemanden betreue, sollte eine solche Anerkennung erhalten, meint sie.

Deshalb ist sie dem Verbund „Starke Partner“ für die Pflegeherzverleihung als Veranstaltung dankbar. Gerade in diesem Jahr während der Coronavirus-Pandemie und dem damit verbundenen Shutdown hätten viele Pflegende und Betreuende noch mehr leisten müssen und deshalb Anerkennung verdient, stellt sie heraus. „Das war sicherlich nicht immer leicht.“ Sie selber wisse, was es heiße, jemanden zu betreuen. „Man muss schon wissen, ob man sich das zumuten kann und jemand ist, der einer solchen Aufgabe gewachsen ist“, betont sie.

Sie selber habe das Pflegeherz dafür bekommen, dass sie erst ein älteres Ehepaar betreut und dann nach dem Tod der Ehefrau die Betreuung des Ehemannes übernommen habe. Anders als in einer Pflegeeinrichtung, wo es Regeln gebe, müsse man im privaten Zuhause sich selber zurücknehmen und nach den zu Betreuenden richten, mit Fingerspitzengefühl zu ihrem Wohl handeln und schauen, dass es ihnen gut gehe, betont Hildegard Stapper.

Stolz auf ihr Pflegeherz: Hildegard Stapper. Foto: Eva Weingärtner

„Mir liegt es, mich um andere zu kümmern“, erklärt sie. So finden sich in ihrer Lebensgeschichte immer wieder Zeiten, wo sie anderen Menschen hilfreich zur Seite stand. Drei Jahre lang arbeitete sie mit geistig behinderten Menschen, versorgte und betreute ihren 80 Kilometer entfernt lebenden Vater täglich fast sechs Jahre lang.

Dass Hildegard Stapper auch noch fünf Kinder fast alleine großzog, erwähnt sie nur nebenbei. Auch heute noch ist sie nicht untätig und betreut eine ältere Frau. „So bleibe ich aktiv“, sagt sie. Untätigkeit liege ihr nicht. Sie habe ihre Erfüllung darin gefunden, für andere da zu sein. Dass dies mit der Verleihung des Goldenen Pflegeherzens anerkannt wurde, macht sie bei aller Freude auch ein wenig verlegen.

Wer auch jemanden kennt, der sich wie Hildegard Stapper in besonderem Maße für die Pflege oder Betreuung verdient gemacht hat, ob nun pflegende Angehörige, Ehrenamtliche, professionell Pflegende – gerade auch in der Zeit des Shutdowns von Corona – und möchte, dass diese mit dem Goldenen Pflegeherz ausgezeichnet werden, der kann bis zum 31. August Vorschläge einreichen.

Die siebte Verleihung des Goldenen Pflegeherzens findet statt am Freitag, 6. November, in der Christuskirche an der Erzbischof-Philipp-Straße 10 in Heinsberg. Als prominenter Vertreter mit dem goldenen Pflegeherz ausgezeichnet wird der deutsche Popsänger Purple Schulz, der sich seit Beginn seiner Karriere für viele soziale und karitative Projekte engagiert und Mitglied im Kuratorium der Deutschen Alzheimer-Stiftung ist.

Vorschläge können entweder Online auf der Internetseite des Verbunds „Starke Partner – Pflegenetz“ unter www.starke-partner-hs.de oder schriftlich beim Caritasverband für die Region Heinsberg, Gangolfusstraße 32, in 52525 Heinsberg, bis zum 31. August 2020 eingereicht werden.

Diese sollten folgende Angaben enthalten: Name, Anschrift, Geburtsdatum des Kandidaten, kurze Begründung des Vorschlags mit Angabe des Bereichs, wo der Kandidat tätig ist (privat, dienstlich oder ehrenamtlich), Dauer der Tätigkeit, Einverständnis des Kandidaten mit der Bewerbung, Angaben zur Person des Vorschlagenden und eventuell dessen Bereitschaft, eine Laudatio zu halten.

(red)