Erkelenz: Ein Wegenetz ohne Barrieren ist das Ziel

Erkelenz: Ein Wegenetz ohne Barrieren ist das Ziel

Viele Barrieren im öffentlichen Raum werden von Menschen ohne Behinderung nicht wahrgenommen: Unachtsam abgestellte Autos, zu hohe Bordsteinkanten oder fehlende Laternen an den Wegen stellen für Menschen mit Behinderung oftmals eine Einschränkung ihrer Bewegungsfreiheit dar.

Deshalb sind die Bürger nun aufgerufen, solche Behinderungen zu melden, wenn sie ihnen auffallen. Die Initiative geht vom Arbeitskreis ÖPNV und Verkehr des Runden Tisches aus. Ziel ist die Schaffung eines barrierefreien Wegenetzes in Erkelenz. „Durch das Projekt besteht die Chance, gezielt Schwachstellen zu finden, durch mehrere Leute zu bewerten und dann zu beheben“, so Frank Thies bei der Vorstellung des Projekts im Rathaus.

Der Ratsherr engagiert sich im Arbeitskreis und setzt sich wie seine Mitstreiter für die Vernetzung von Verwaltung und Bürgerschaft ein. Das Projekt wurde vom Aktionskreis in Zusammenarbeit mit dem städtischen Behindertenbeauftragten Peter Wild erarbeitet. Es bezieht sich nur auf den öffentlichen Raum, wo eine Eingabe bei der Erkelenzer Stadtverwaltung auch etwas bewirken kann, betont Thies. Dafür sei die Mitarbeit der Bevölkerung nötig.

Wer etwas bemerkt, kann es möglichst detailliert in einem Kontaktformular des Arbeitskreises erfassen und entweder im Bürgerbüro oder beim Ordnungsamt abgeben. So können die gemeldeten Missstände erfasst und im Idealfall auch behoben werden. Eingriffe in privates Eigentum seien aber nicht möglich, betont der Arbeitskreis. So zum Beispiel der Aufgang zur Post an der Kölner Straße — ein Dauerthema in Erkelenz.

Oft würden der Stadt auch Missstände gemeldet, die sich jedoch im Bereich privater Straßen oder Grundstücke befinden. Dort habe die Stadt keine Handlungsbefugnis, sagt Bürgermeister Peter Jansen. Er verweist darauf, dass sich auch nicht alle Gehwege im Eigentum der Stadt befänden. Eine strukturierte Erfassung der Missstände würde aber zu einer schnelleren Bearbeitung führen. Erste Meldungen liegen bereits vor, wie Klaus Labahn vom Arbeitskreis ÖPNV betont.

Bürger, die Schwachstellen im Raum ausmachen, können diese auf einem Erfassungsbogen vermerken, der im Internet auf der Homepage des Runden Tisches verfügbar ist. Der Bogen kann dort heruntergeladen oder auch gleich ausgefüllt werden.

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