Ratgeber für die Tasche: Ein „Suchtfächer“ soll die Fachleute informieren

Ratgeber für die Tasche : Ein „Suchtfächer“ soll die Fachleute informieren

Die vom Caritasverband und dem Diakonischen Werk getragene Beratungsstelle für Suchtfragen und der Sozialpsychiatrische Dienst des Kreisgesundheitsamtes haben gemeinsam einen „Suchtfächer“ für Fachleute entwickelt, der nun druckfrisch vorliegt.

Dabei handelt es sich um eine Übersicht und Information über die Ambulante Suchthilfe im Kreis Heinsberg in einem praktischen Taschenformat, der offiziell bei der Fortbildungsveranstaltung für die Ärzte- und Therapeutenschaft im Kreis am 19. September in Hückelhoven vorgestellt werden soll.

„Es handelt sich um ein neues Informationsmedium, wo die ambulanten Suchthilfesysteme abgebildet werden“, erklärte Marlies Trapp, Leiterin der Beratungsstelle. Der Anlass für die Entwicklung des „Suchtfächers“ sei gewesen, das gemeinsame Projekt „Ambulante medizinische Rehabilitation Sucht“, kurz ARS, bekannter zu machen, so Wolfgang Sommer, Leiter des Sozialpsychiatrischen Dienstes. „Als Trägerverbund bieten wir die ARS an.“

Der „Suchtfächer“ in einer Auflage von 500 Stück sei gedacht für Fachleute wie Hausärzte und Fachärzte, könne aber auch bei Interesse an Fachkräfte im sozialen Bereich als PDF-Dokument versendet werden.

Im quadratisch handlichen Format ist der „Suchtfächer“ schlicht gestaltet. Auf der Vorderseite wird mit den Farben Rot auf die Caritas, Gelb auf den Kreis Heinsberg und Grün auf die ARS als Projekt in gemeinsamer Trägerverantwortung verwiesen und damit auch auf das neue Logo ARS. Da wird unter anderem verdeutlicht, dass die ARS wohnortnah an vier Standorten — Erkelenz, Heinsberg, Hückelhoven sowie Geilenkirchen (dort nur als Nachsorge) — angeboten wird.

Der „Suchtfächer“ gibt zudem eine Übersicht über die Zielgruppen der Ambulanten Suchthilfe, wozu Selbstbetroffene und Angehörige zählen, und informiert über Anzeichen einer Substanzabhängigkeit wie Toleranzentwicklung, Entzugserscheinungen, Verlangen, Kontrollverlust, Vernachlässigung anderer Lebensbereiche und Fortsetzen des Konsums trotz negativer Folgen. „Um die Diagnose Abhängigkeit zu stellen, müssen per Definition drei von diesen sechs Symptomen vorhanden sein“, betonte Wolfgang Sommer.

Auf den weiteren Seiten geht es um den „ersten Schritt“ in die kostenlose Beratung von Angehörigen und Betroffenen bei Suchtfragen — und wie es danach weitergehen kann. Zum Beispiel durch Vermittlung in eine weiterführende Entzugsbehandlung und die anschließende ambulante oder stationäre Rehabilitation (Suchttherapie). Es wird auch auf Unterstützung von Angehörigen verwiesen, die oftmals einen eigenen Hilfebedarf bei der Bewältigung der Suchterkrankung haben.

Als Fit-Kids-Standort möchte die Beratungsstelle für Suchtfragen besonders die Bedürfnisse von Kindern aus suchtbelasteten Familien in den Blick nehmen.

Sommer verwies auf die Sprechstunde des Kreisgesundheitsamtes (02451/9111910) zum Thema Essstörungen, Magersucht, Ess-Brech-Sucht, Essattacken mit Kontrollverlust, in der sich unter anderem Selbstbetroffene, Angehörige, Ärzte und Lehrer beraten lassen können. „Dass es sie gibt, ist den wenigsten bekannt“, so Sommer.

Neben den Adressen zur Beratung für Betroffene und Angehörige informiert der „Suchtfächer“ noch über die Angebote „Tabakentwöhnung“ und „Kontrolliertes Trinken“ der Beratungsstelle für Suchtfragen.

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