Erkelenz-Lövenich: Ein Kolumbarium kann auch ein Ort der Hoffnung sein

Erkelenz-Lövenich: Ein Kolumbarium kann auch ein Ort der Hoffnung sein

In der ehemaligen Leichenhalle des Lövenicher Friedhofs befindet sich heute ein Kolumbarium, in dem auch schon seit rund einem Jahr die ersten Urnen der Verstorbenen beigesetzt sind. Jetzt wurde es offiziell ökumenisch eingesegnet.

Die Vorsitzende des Lövenicher Bezirksausschusses, Christel Honold-Ziegahn, nutzte die Zusammenkunft, um an die Gründe für die Umgestaltung der ehemaligen Leichenhalle zu erinnern. Denn die Bestattungskultur unterliegt in den letzten Jahren einem Wandel, auf den die Gemeinden reagieren müssen.

Auch in Lövenich gingen immer mehr Menschen von der traditionellen Erdbestattung zur Einäscherung über. Um diesem Bedürfnis Rechnung zu tragen, hatte der Bezirksausschuss im April 2010 die Umgestaltung der Halle zu einem Kolumbarium beantragt. Das lateinische Wort „Kolumbarium“ bezeichnet ursprünglich einen Taubenschlag.

Bereits am 18. Mai 2012 fand die erste Bestattung dort statt. Die Fensterreihe über der geschmiedeten Eingangstür ziert ein Kreuz, das links und rechts von den griechischen Zeichen Alpha und Omega flankiert wird. Diese stehen für die Endlichkeit des Lebens, wie Honold-Ziegahn betonte.

Die Glasfenster konnten dank einer finanziellen Unterstützung durch die Kreissparkasse Heinsberg und die Raiffeisenbank Erkelenz angeschafft werden. Entworfen wurden sie von dem Künstler Sebastian Slaby, dessen Entwürfe dann von dem Glasmalerei-Betrieb Oidtmann umgesetzt wurden.

Von der kräftigen Farbgebung zeigte sich die Gemeindereferentin von St. Maria und Elisabeth, Antonette Berg, sehr beeindruckt. Das Blau erinnere an die Weite und Freiheit sowie die Lebendigkeit des Wassers, während das Goldgelb des Kreuzes Wärme und Trost spende.

Gemeinsam mit dem evangelischen Pfarrer Sven Dreiser betonte sie, dass das Kolumbarium ein Ort der Hoffnung sei. Denn nicht nur im Christentum werde der Tod nicht als Ende der Existenz betrachtet. Daher sei das Kolumbarium nicht nur ein Ort der Trauer. Dreiser hob hervor, dass das Grab ein „leuchtender Fußabdruck eines Engels“ sei, der den Verstorbenen heim holt zu Gott.

Für die musikalische Gestaltung der Einsegnung zeichneten die Geschwister Eva und Vera Vieten verantwortlich, die auf den Querflöten unter anderem Stücke von Mozart und Telemann vortrugen. Honold-Ziegahn las den Text „Stufen von Hermann Hesse, in dem es heißt „Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne, der uns berührt und der uns hilft zu leben“.

(hewi)