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Wegberg: Ein Fest für Fahrrad- und Bücherfans

Wegberg : Ein Fest für Fahrrad- und Bücherfans

Er war persönlich gekommen, der Frühling. Einen blassblauen Himmel wölbte er über das Frühlingsfest in der Wegberger Innenstadt, die Uhr war auf Sommerzeit umgestellt und die Sonne malte deutliche Schatten auf den Rathausplatz. Sehr zur Freude der Veranstalter (Stadt Wegberg, van Bronckhorst Bikes, Atelieretage, Aktionskreis Wegberger Mühle, Historischer Verein und Werbegemeinschaft) lockte das herrliche Wetter die Besucher doch gleich scharenweise an.

Seit vielen Jahren ist das Frühlingsfest fester Bestandteil des Veranstaltungskalenders in Wegberg. In diesem Jahr wartete dennoch eine Premiere auf die Besucher: die erste Wegberger Fahrradmesse. Da standen sie also auf dem Rathausplatz, die blitzblanken neuen Fahrräder, die einen umfassenden Überblick über die neusten Trends, technischen Neuerungen und vielfältiges Radzubehör boten. Eine „Runde drehen“ war durchaus erwünscht, 20 Testräder standen hierfür zur Verfügung.

Der Trend zum Pedelec ist ungebrochen, zahlreiche Modelle von namhaften Herstellern warteten auf Interessenten. Ein Fahrradflohmarkt bot Gelegenheit, Fahrräder und Zubehör von privat an privat zu verkaufen. Aus Garagen und Kellern waren sie hervorgeholt worden, die Schätzchen, tipp-topp-gepflegt, in erstklassigem Zustand oder auch reparaturbedürftig.

Ute bot ein nagelneues hochwertiges Rad, „nur 20 Kilometer gelaufen“ zum günstigen Preis an. Ein Tombola-Gewinn, „aber ich besitze schon ein gutes Rad“, erklärte sie. Und wenn sie keinen Käufer finde, dann nehme sie „das doppelte Lottchen“ eben wieder mit nach Hause.

Rund um den Kirchturm und in der Fußgängerzone präsentierte sich der 14. Büchermarkt. „Romane werden gezielt nach Autor gesucht“, wusste Michael Steinhauer aus Oberbruch, der bereits zum sechsten Mal dabei war und unter dem Kirchturm seinen Platz gefunden hatte. Sachbücher und Bildbände seien dagegen oft Zufallskäufe, weil der Kunde über ein interessantes Exemplar stolpere. Das bestätigte auch Fritz Kreppel aus Viersen, der „schon immer dabei war, auch beim ersten Büchermarkt“.

Und so schön sie aussehen, die kostbaren alten Bücher mit den kunstvollen Ledereinbänden — „antiquarische Bücher verkaufen sich schlecht“. Der Händler aus Witten war zum dritten Mal dabei und voll des Lobes für den Veranstalter, der sich bemühe, jedem gerecht zu werden: „Faire Standgebühr, kein Ärger.“ Und: „Die Atmosphäre stimmt, das ist mir wichtig, sogar wichtiger als Einnahmen.“

Nicht nur Fahrradfans und Bücherfreunde kamen auf ihre Kosten, auch an die Kinder wurde gedacht. Ein nostalgisches Karussell, eine elektrische Torwand und ein Ballwurfstand sorgten für Begeisterung bei den kleinen Besuchern. So ein Frühlingstag macht Lust auf luftige Kleidung und neue Dekorationen.

Wie gut, dass Unternehmen und Einzelhändler zum Sonntags-Shopping einluden. Live-Musik begeisterte das Publikum an der Bühne am Brunnen. Hier wurden mit dem Gitarristen und Sänger Ingo Cremers auch „Tage wie diese“ gefeiert: Ein perfekter Frühlingstag in Wegberg.