Anfang 2020 soll er geliefert werden: Ein Elektrobus für Erkelenz

Anfang 2020 soll er geliefert werden : Ein Elektrobus für Erkelenz

Es begann mit einer Machbarkeitsstudie, die WestVerkehr im Jahr 2017 in Auftrag gegeben hatte. Darin ging es um die Frage, ob der Einsatz eines Elektrobusses in einer Stadt wie Erkelenz möglich sei.

Das Resultat aus dieser Studie stellte der West-Geschäftsführer Udo Winkens vor dem Rathaus vor. Der Kleinbus vom Typ Jest Electric, mit dem Winkens Bürgermeister Peter Jansen und den Klimaschutzmanager Oliver Franz zur klimaneutralen Spritztour abholte, entspricht dem Modell, das Anfang 2020 geliefert wird und dann seinen Dienst auf der innerstädtischen Route des ErkaBusses antreten wird. Die Anschaffungskosten von rund 250.000 Euro wurden vom Verkehrsministerium mit 60.000 Euro gefördert. Der motorbetriebene „Kollege“ des Jest Electric war mit rund 130.000 Euro zwar nur halb so teuer, doch spart der Elektrobus im Jahr rund 18 Tonnen CO2, neun Kilo Stickoxide und 70 Gramm Feinstaub pro Jahr ein.

„Wir als Kommune müssen vorangehen“, sagte Bürgermeister Jansen. „Wenn keiner anfängt, wird sich umweltfreundliche Elektromobilität nie durchsetzen.“ Bei der Probefahrt fiel der leise Bus trotzdem auf und erntete manchen neugierigen Blick. Welches Fahrgeräusch der an sich lautlose Kleinbus erzeugen soll, müsse noch entschieden werden, erklärte Winkens. Ganz lautlos werde er auf jeden Fall nicht durch die Erkelenzer Straßen fahren. Bei der Anschaffung gab es eine Hürde zu überwinden, denn zwischenzeitlich hatte der Hersteller, bei dem das Fahrzeug ursprünglich bezogen werden sollte, die Produktion eingestellt. Der Jest Electric stammt von dem Darmstädter Unternehmen Karsan. Der für Deutschland zuständige Vertriebsleiter Kurtulus Yalcin hatte es sich auch nicht nehmen lassen, den umweltfreundlichen Bus persönlich in Erkelenz vorzustellen.

Der Elektrokleinbus wurde für den Stadtverkehr konzipiert und kommt dank seiner kompakten Größe und seines kleinen Wendekreises problemlos durch enge Straßen. Das Fahrzeug wird angetrieben von einem leistungsstarken BMW-Elektromotor und hat eine Reichweite von rund 210 Kilometern, bevor es ans Netz muss. Seine maximale Geschwindigkeit beträgt 70 Stundenkilometer, was für den Betrieb in der Kernstadt und den angrenzenden Außenorten völlig ausreiche, betonte Winkens.

Die verwendeten BMW-Li-Ion-Batterien brauchen acht Stunden, bis sie wieder aufgeladen sind. Zusätzlich werden sie auch noch bei Bremsvorgängen geladen. Durch die Niederflurbauweise können Eltern mit Kinderwagen und ältere Fahrgäste mit Rollatoren oder Rollstühlen problemlos ein- und aussteigen. Darüber hinaus gehören Haltestangen sowie eine Rollstuhlrampe zum Standard des Jest Electric. Bis zu 22 Fahrgäste finden Platz in dem Pendelbus.

Der Bus hat auch Besonderheiten. So kann er im Falle einer Panne nicht einfach abgeschleppt werden wie sein benzinbetriebener Kollege. Seine Leistung von 125 Kilowatt entspricht 170 PS. Der neue Bus werde auch blau lackiert geliefert. „Das passt gut zum Umweltgedanken“, erklärte Winkens. „Diesem E-Bus werden weitere folgen, damit leistet der ÖPNV in Zukunft einen wesentlichen Beitrag zum Schutz unserer Umwelt, insbesondere in den Innenstädten“, lautete sein Fazit.

Mehr von Aachener Nachrichten