Oktoberfest im Festzelt: Effelder Trommler- und Pfeiferkorps feiert 90. Geburtstag

Oktoberfest im Festzelt : Effelder Trommler- und Pfeiferkorps feiert 90. Geburtstag

Eigentlich kennt man sie eher als Matrosen, die Mitglieder des Effelder Trommler- und Pfeiferkorps. Anlässlich des 90-jährigen Bestehens ihres Vereins verwandelten sie sich jedoch in fesche bayrische „Buam“ mit Lederhose und blau-weißkariertem Hemd und luden für zwei Tage zu einem zünftigen Oktoberfest im Festzelt auf der Wiese vor dem Effelder Schloss ein.

Am 8. Juli 1928 wurde das Effelder Trommler- und Pfeiferkorps gegründet. Grund dafür waren eigentlich die Kempener Trommler und Pfeifer, die den Festzug zur Frühkirmes in Effeld angeführt hatten, was zuvor immer nur ein Trommler gemacht hatte.

Mit im Festzug dabei waren auch die Jubilare des Vereins: Ehrenkorpsführer Oswald Ramakers und Günther Hilgers, 70 Jahre (vorne, von links), Konrad Hilgers und Willi Kranz, beide 70 Jahre, sowie Bert Raschen, 30 Jahre (hinten, von links). Foto: Anna Petra Thomas

Da war der Lokalpatriotismus geweckt und die Effelder gründeten ihr eigenes Korps. Seinen ersten Auftritt hatte es am Buß- und Bettag 1928. Gespielt wurden der Parademarsch und das Lied vom gefallenen Kameraden. Bei der Frühkirmes präsentierten sich die Musiker dann in der kaiserlichen Marine-Uniform, die sie bis heute tragen.

Aus dem kaiserlichen Heer

Als ein Vater des von Beginn an auch bei Wettbewerben erfolgreichen Korps gilt Hermann Rademächers, der als Tambourmajor des kaiserlichen Heeres bestens vertraut war mit der Durchführung von Paraden und der Kunst des Marschierens. Hermann Rademächers und Franz Meuser übernahmen zudem die Ausbildung der Trommler und Josef Hilgers probte mit den Flötisten.

1933 wurde die Beteiligung des Effelder Korps am Rheinischen Schützentag in Düsseldorf sogar in der Kino-Wochenschau übertragen. Im Zweiten Weltkrieg kam jedoch auch hier das Vereinsleben zum Erliegen. Zwei Trommeln waren danach noch übrig und viel Engagement war für den Wiederaufbau erforderlich, der jedoch schnell gelang. Schon 1947 präsentierte sich das erste Jugendkorps, und bei der Feier ihres 25-jährigen Bestehens zeigten sich die Trommler und Pfeifer wieder voll ausgestattet. Zugleich präsentierten sie Mitte der 1950er Jahre ihre ersten Theateraufführungen.

1975 kam Heinz Gotzen als Dirigent dazu, der mit dem Korps für 1977 das erste Nikolauskonzert einstudierte. Das 50-Jährige wurde 1978 mit einem dreitägigen Freundschaftstreffen mit Wertungsspiel gefeiert. Seit 1984 gehört das Korps zu den Organisatoren des Spargelfestes.

1996 verwandelten die Musiker die Effelder Bürgerhalle anstelle des Nikolausabends in eine Hafenkneipe und präsentierten ihr Hafenkonzert. Den unbestrittenen Höhepunkt ihrer Vereinsgeschichte erlebten sie 1998 mit ihrem Besuch bei der Steubenparade in New York, über den auch das deutsche Fernsehen ausführlich berichtete.

Bei der zweitägigen „Effelder Wiesn“ waren an beiden Tagen jeweils acht befreundete Vereine in Effeld zu Gast, am Sonntag zudem die Schützenbruderschaft St. Sebastianus aus Lövenich. Sie nahm ebenso am farbenfrohen Festzug teil, den die Effelder selbst anführten, wie die übrigen Vereine des Ortes.

Bayrisches Flair

Bereits am Vorabend hatte die Band „Wir sind Spitze“ aus den Niederlanden nach einem ersten Umzug bei freiem Eintritt für viel Besuch und gute Stimmung im bayrisch-herbstlich geschmückten Oktoberfest-Zelt gesorgt.

Als „Vorband“ hatte der Musikverein Myhl fungiert. Am Sonntagvormittag spielten die „Original Rodebachtaler Musikanten“ zum Frühschoppen auf, ehe die Feierlichkeiten mit dem Festzug am Nachmittag ihren Höhepunkt fanden. Bei einem Dämmerschoppen mit dem Effelder Instrumentalverein klang das Fest aus.

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