DVD des Heimatvereins: Virtueller Rundgang durch Erkelenz im Jahr 1550

DVD des Heimatvereins : Virtueller Rundgang durch Erkelenz im Jahr 1550

Der Heimatverein präsentiert eine neue Veröffentlichung zur Stadtgeschichte. Diesmal jedoch handelt es sich nicht um einen weiteren Band der Schriftenreihe. Denn dank der Unterstützung der Raiffeisenbank konnte der Verein nun die DVD „Erkelenz 1550“ veröffentlichen.

Dabei geht es um einen virtuellen Rundgang durch Erkelenz in seiner frühen Neuzeit, wie der Vorsitzende Günther Merkens bei der Vorstellung der DVD erläuterte.

Bankvorstand Ulrich Lowis betonte, dass das Projekt einmal mehr zeige, dass der Blick des Heimatvereins auch in die Zukunft gerichtet sei und verwies auf den Slogan des Vereins „Immer eine Idee voraus“.

Dabei ist die Idee schon relativ alt, wie Willi Wortmann betonte. Geboren wurde sie bei den Vorbereitungen zu einer Ausstellung anlässlich des Stadtjubiläums, für die er eine Stadtkarte erstellt hatte, die eben das Jahr 1550 abbildete. Rund 23 Jahre sind vergangen seit der Idee zu dem animierten Film über das frühere Erkelenz. Dies lag vor allem daran, dass Wortmann die Arbeit an dem Projekt zusätzlich zu seinem eigentlichen Beruf als Grafiker leistete. Dazu kam, dass die Programme sich regelmäßig änderten und er Teile der Arbeit neu programmieren musste. Die Anzahl der Arbeitsstunden zu schätzen sei unmöglich, erklärte der 70-Jährige. Noch einmal werde er ein so zeitraubendes Projekt nicht starten.

Zur Programmierarbeit kam die Recherche. Denn natürlich sollte die animierte Fahrt durch das alte Erkelenz so realistisch wie möglich gestaltet sein. So studierte er alte Karten und Aufzeichnungen und besuchte Städte, in denen noch mehr von der alten Bausubstanz erhalten ist. Außer einem Stadtplan des niederländischen Kartografen Jacob van Deventer sind keine zeitgenössischen bildlichen Darstellungen der Stadt bekannt, betonte Wortmann. Daher musste in schriftlichen Überlieferungen nach Anhaltspunkten gesucht werden. Eine wertvolle Quelle sei dabei die sogenannte Baux-Chronik aus dem 16. Jahrhundert. Sie ist nach dem Stadtchronisten Mathias Baux benannt, der auch zeitweise Bürgermeister in Erkelenz war.

Bei einigen Themen tappte er aber im Dunkeln, wie Wortmann einräumt. So zog er Rückschlüsse auf die genaue Gestaltung der Stadtmauer aus Darstellungen anderer Bauwerke aus derselben Zeit. Anderes war zeitraubende Kleinarbeit, wie der originalgetreue „Nachbau“ des Marienleuchters in der Kirche. Die Arbeit sei wie „Laubsägen am Computer“, lautet rückblickend sein Urteil. Verknüpft sind die animierten Darstellungen immer wieder mit Film- und Bildbeispielen aus der heutigen Zeit. In einer kurzen Sequenz hat sich der Erschaffer des Films selbst eingebaut. Wie Alfred Hitchcock hat er als Steinmetz an der Kirche seinen kleinen Auftritt im eigenen Film.

Der Geschäftsführer des Heimatvereins, Theo Görtz, hob die Nachhaltigkeit der Projekte hervor, die Wortmann für den Verein umgesetzt hat. Dabei hob er besonders die kommentierte und übersetzte zweibändige Ausgabe der Baux-Chronik hervor, die Wortmann ebenso gestaltet hat wie Bildbände und unzählige Flyer des Vereins. Warum 1550? „In dem Jahr waren die Wahrzeichen der Stadt bereits gebaut“, so Wortmann. Gemeint sind das Alte Rathaus, die Burg und St. Lambertus.

Besprochen wurde der 77-minütige Film vom Keyenberger Hörbuchsprecher René Wagner. Er gibt Orientierungshilfen und vertiefende Erläuterungen zur Entwicklung der Stadt und den damaligen alltäglichen Bedingungen des Lebens in Erkelenz. Der Vorsitzende Günther Merkens sieht in der DVD ein gutes Instrument, um auch Schulklassen die Heimatgeschichte näherzubringen.

Die DVD „Erkelenz 1550. Eine Stadt in der frühen Neuzeit“ kostet zehn Euro und ist in den Buchhandlungen Wild und Viehausen, in der Druckerei Maaßen und der Geschäftsstelle des Heimatvereins erhältlich. Die Auflage von 500 Stück wird laut Heimatverein aufgrund der sofortigen hohen Nachfrage verdoppelt und spätestens übernächste Woche wieder lieferbar sein.

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