DRK-Kreativteam näht Trostdecken für Flüchtlingskinder

Aktion für Flüchtlingskinder : Eine bunte Kuscheldecke als Trösterle

Sich in eine Decke einzukuscheln – das gibt einem ein Gefühl von Geborgenheit, von Schutz, Wärme und ein Gefühl von zu Hause. Das Kreativatelier des DRK im Kreis Heinsberg schenkt Flüchtlingskindern im Oberhausener Friedensdorf ein wenig Wärme und Geborgenheit.

Die Idee dazu hatte Petra Simons. Sie ist seit Februar im „Kristallisationspunkt gegen Armut für Integration“ (KAI) des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) aktiv.

„Den Vorschlag äußerte sie kurz vor dem Patchwork-Kurs, den zwölf Teilnehmer im Handarbeitsraum der Gesamtschule Oberbruch absolvierten“, erinnern sich KAI-Leiterin Gülsen Litherland und die ehrenamtliche Helferin Josefine Poschadel.

Und mit ihrer Idee stieß Petra Simons auf offene Ohren bei ihren Mitstreitern. Die Damen fingen begeistert an, wärmende Trösterles zu nähen. Die im Anschluss an den Kurs hergestellten, bunten gesteppten Decken wird eine kleine Abordnung voraussichtlich Ende November den Kindern vom „Friedensdorf International“ in Oberhausen persönlich überreichen.

Zu dem Friedensdorf in Oberhausen haben das DRK und einige Heinsberger eine besondere Beziehung. „Zwei Kinder des Friedensdorfes, das eine Partnerschaft mit dem Roten Kreuz unterhält, sind Anfang des Jahres in Heinsberg medizinisch versorgt worden“, erläutert die Gülsen Litherland. „Im Friedensdorf leben schwer verletzte Kinder im Alter von zwei bis zwölf Jahren. Sie stammen aus Kriegs- und Krisengebieten und werden in Deutschland zur Behandlung verteilt.“ Rund 260 Kinder wohnen ohne Eltern oder Familien für eine begrenzte Zeit in Oberhausen. Wer braucht dringender Trost und Wärme als eines dieser Kinder, fragte sich das DRK-Kreativteam.

Handwerklich hatte das Kreativteam erste Erfahrungen mit der Patchwork-Technik in Krabbeldecken einfließen lassen. Durch den Patchwork-Kurs hatten dann mehr Mitglieder des Ateliers, zu dessen Kreis von rund ein Dutzend Aktiven inzwischen auch ein Mann gehört, diese Fertigkeit erlernt. Mit großem Eifer sind jetzt alle seit drei Monaten dabei, die schönen Überwürfe zu nähen – zu den 25 bereits vorhandenen sollen 25 weitere dazukommen.

Alte Hemden oder Bett- und Tischwäsche sowie gespendete Stoffe werden dabei fantasie- und liebevoll verarbeitet. „Wir geben uns immer Mühe, die Decken kindgerecht zu fertigen“, betont Josefine Poschadel. „Sie sind schön bunt und es finden sich immer Kindermotive darin.“ So verleihen ihnen aufgestickte oder gesteppte farbige Fische einen individuellen Charakter. Aus mehreren Stoffresten geschnittene Elemente ergeben ebenso farbenfrohe Muster. „Vor allem Ballmotive gefallen den Jungs immer gut.“

Der KAI, der beim Tröstedecken-Projekt vom Landesverband Düsseldorf in Form von Garn, Linealen, Schneideroller oder Unterlagen innerhalb der Initiative „Brückenbauer“ unterstützt wurde, plant, einen fortgeschrittenen Patchwork-Kurs durchzuführen.

Zukünftig kann sich die KAI-Leiterin Gülsen Litherland vorstellen, auch Decken für andere junge Bedürftige oder Obdachlose zu nähen. Denn ein wenig Trost, Geborgenheit und Wärme, das braucht doch wirklich jeder Mensch – ob nun klein oder groß.

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