DRK bietet besonderes Verkehrssicherheitstraining für Migrantinnen

Sicherheit : Durchs Fahrrad ein Stück Freiheit

Mitarbeiter des Hückelhovener Kristallisationspunktes gegen Armut durch Integration bietet in Hückelhoven ein besonderes Verkehrssicherheitstraining für Migrantinnen an.

Der Schulterblick gehört zur Verkehrssicherheit eigentlich dazu. Doch selbst eingefleischte Rad- und Autofahrer verlassen sich wohl auch mit Rücksicht auf die Nackenmuskeln eher auf den Rückspiegel oder das Mitdenken der anderen Verkehrsteilnehmer.

Dass dies nicht immer gut geht, zeigen die Unfallstatistiken, die die Verkehrssicherheitsberater der Kreispolizeibehörde Heinsberg auf den Plan rufen. Ein ganz spezielles Verkehrssicherheitstraining absolvierten die beiden Verkehrssicherheitsberater Uwe Castens und Jörg Zimmermann-Ramöller nun in einem ruhigen Hückelhovener Wohngebiet. Mitarbeiter des Hückelhovener Kristallisationspunktes gegen Armut durch Integration, kurz KAI, des DRK-Kreisverbands Heinsberg hatten die Verkehrsberater gebeten, mit einigen ihrer Besucherinnen das sichere Radfahren im Straßenverkehr zu trainieren.

Rabia Sönmez und Ganga Vettively, Studentinnen der Sozialen Arbeit an der Hochschule Niederrhein, hatten das Fahrradprojekt beim KAI im Rahmen eines Praktikums durchgeführt. Die Idee, sich dem Fahrradfahren zu widmen, war aus den Reihen der Besucherinnen gekommen. Diese stammen unter anderem aus Syrien, Ägypten, dem Irak und Sri Lanka. In ihren Herkunftsländern haben sie das Fahrradfahren nicht aktiv kennen gelernt.

Eine Teilnehmerin, die erfolgreich beim KAI das Radfahren erlernte, meinte in ihrer Heimat werde zwar auch Rad gefahren, aber vor allem von den Männern. Die beiden Praktikantinnen hatten sich um die Beschaffung von zehn Fahrrädern bemüht, die teilweise als Spende zur Verfügung gestellt wurden. Zunächst setzten sich die Kursteilnehmerinnen theoretisch mit dem Zweirad auseinander. Sie lernten die nötigen Verkehrsregeln und übten das Gleichgewichthalten auf einem abgesperrten Gelände.

Ein Verkehrssicherheitstraining für Teilnehmerinnen mit Migrationshintergrund fand in Hückelhoven statt. Foto: Dettmar Fischer

Auch um den Versicherungsschutz der Kursteilnehmer kümmerten sich die Veranstalter. KAI-Leiterin Julie Illner freute sich, dass durch ein spezielles Programm, das sich um Migranten als Verkehrsteilnehmer kümmert, der Versicherungsschutz für die Teilnehmer kostenlos gewährleistet war. Schließlich waren sieben Teilnehmerinnen so versiert im Umgang mit dem Fahrrad, dass sie am Verkehrssicherheitstraining teilnehmen konnten.

Die Verkehrssicherheitsberater Uwe Castens und Jörg Zimmermann-Ramöller achteten zunächst auf die Verkehrstauglichkeit von Fahrerin und Fahrzeug. Helm auf dem Kopf und ein der Körpergröße angepasstes Rad waren Pflicht. Dann ging es nach einigen Tipps zum sicheren Verhalten im Straßenverkehr auf die Piste. Das deutliche Handzeichengeben beim Abbiegen gehörte zum Training. Doch sollte dieses Handzeichen stets mit dem Blick über die Schulter verbunden sein.

Um diese für Anfänger nicht ganz einfache Prozedur einzuüben, hatte Jörg Zimmermann-Ramöller ein paar Karten mit gut leserlichen Zahlen dabei. Wenn die Radlerinnen an ihm vorbei abbogen, hielt er eine Karten hoch, und die Vorbeifahrenden mussten den Kopf wenden, um ihm die Zahl zurufen zu können. Dabei kam der ein oder andere Lenker etwas ins Schlenkern, doch bei der zweiten Runde klappte es schon ganz gut. Auch der Leiter der Führungsstelle Verkehr, Josef Neiß, zeigte sich vom Erfolg dieses Verkehrssicherheitstrainings beeindruckt.

Ziel der Präventionsmaßnahme ist es, die Zahl der Unfälle mit Fahrradfahrern zu senken. Derzeit ist bei jedem vierten Verkehrsunfall ein Radfahrer beteiligt. Damit das Eingeübte nicht verloren geht, bekamen alle regelmäßigen Teilnehmerinnen des Fahrradkurses eines der Übungsräder geschenkt.