Dörfer stärken: Sechs Projekte im Kreis Heinsberg werden mit Fördermitteln bedacht

Förderprogramm : Eine Million für die Dorferneuerung

Wenn es um das Thema Heimat geht, dann kommt den kleinen Dörfern in ländlich geprägten Regionen wie dem Kreis Heinsberg eine ganz besondere Bedeutung zu. Sie sind für viele Menschen für das Gefühl der Verwurzelung besonders wichtig – und immerhin: Der ländliche Raum ist etwa für die Hälfte der Einwohner in Nordrhein-Westfalen Lebensmittelpunkt oder Arbeitsstätte.

Das  Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung des Landes Nordrhein-Westfalen hatte deshalb Orte und Ortsteile bis zu 10.000 Einwohner dazu aufgerufen, sich am Dorferneuerungsprogramm 2019 zu beteiligen. Nun wurde bekannt gegeben, wer von Fördermitteln aus dem „Dorferneuerungsprogramm 2019“ profitieren kann.

In diesem Jahr werden 282 Projekte in 129 Gemeinden mit rund 23 Millionen Euro von Land und Bund unterstützt. Und auch in den Kreis Heinsberg fließt eine ordentliche Summe. Er erhält eine Förderung in Höhe von über einer Million Euro. „Die bereitgestellten Mittel aus dem „Dorferneuerungsprogramm 2019“ bringen den Kreis Heinsberg ein weites Stück voran. Mit 1.016.000 Euro werden verschiedenste Projekte unterstützt, um unsere Dörfer lebenswerter zu machen und somit ein starkes Stück Heimat gefördert. Für die NRW-Koalition gilt der Dreiklang: Bewahren, stärken, gestalten“, sagt der CDU-Landtagsabgeordnete Bernd Krückel.

Da das Erscheinungsbild der Dörfer, Städte und Gemeinden maßgeblich durch private Anwesen geprägt wird, beschränkt sich das Förderprogramm nicht nur auf öffentliche und gemeinschaftliche Bereiche, sondern bezieht ausdrücklich auch private Vorhaben in den Förderbereich ein. So fließen 48.000 Euro in eine private Maßnahme in Erkelenz-Holzweiler, zur  Sanierung einer ortsbildprägenden Hofanlage, damit diese im alten Stil beibehalten werden kann und weiterhin den Ort und damit Heimat prägt.

Zusammenhalt fördern

Die übrigen Maßnahmen zielen auf die Stärkung des örtlichen Zusammenhalts ab, schaffen Begegnungsräume, machen Infrastruktur zukunftsfest. So wird eine weitaus größere Maßnahme mit 250.000 Euro  in Hückelhoven-Hilfarth im Bereich der katholischen Kirche St. Leonhard gefördert. Dort, wo das Gotteshaus erbaut ist, treffen vier Straßen zusammen. „Es ist eine sehr große, unübersichtliche Fläche vor der Kirche“, beschreibt Wilfried Welfers vom Bauamt der Stadt Hückelhoven. Diese Fläche soll nun so umgestaltet werden, dass sie insgesamt einladender wirkt und sich besser ins Ortsbild integriert. Geplant ist die Pflanzung von Bäume und weitere Begrünung.

Kern des Konzepts, das dem Ministerium vorgelegt wurde, ist allerdings der Platz im Randbereich. „Natürlich werden die Straßen weiterhin erhalten bleiben, doch sie sollen temporär schließbar sein, um bei Schützenfesten beispielsweise einen Platz für Paraden zu haben“, erklärt Welfers. Insgesamt, so versucht Welfers zu erklären, sei das Konzept ein „Zwischending zwischen Straßen- und Platzgestaltung“. In die Endplanungen sollen die Bürger des Ortes dann noch einbezogen werden. Wann die Baumaßnahme konkret wird, das kann Welfers allerdings noch nicht sagen. Zunächst wolle man die Entscheidung des Landes zur Abschaffung der Straßenbaubeiträge abwarten, um die Anwohner nicht unnötig belasten zu müssen.

Denn derzeit müssen Grundstückseigentümer in NRW an den Kosten beteiligt werden, wenn ihre Straße erneuert oder verbessert wird. Und auch wenn es eine Förderung vom Land gibt – die Gesamtmaßnahme wird nach Schätzungen des Amtsleiters zwei bis drei Millionen Euro verschlingen. „Fakt ist aber, dass über kurz oder lang an dieser Stelle etwas getan werden muss. Die Planungen sind keinesfalls völlig überzogen oder überkandidelt. Es besteht die Erfordernis, etwas zu tun, die Brückstraße beispielsweise ist schon mehrfach gerettet worden,  und dort müssen wir bald richtig ran“, kündigt Welfers an.

In Wassenberg-Orsbeck bekommt der Von-Rohmen-Platz ein neues Gesicht – und das Land fördert die Umgestaltung mit 184.000 Euro. „Der Platz in dem Wassenberger Ortsteil ist langgezogen und bildet eine Art Verbindung zwischen der Katholischen Grundschule, der Kirche St. Martinus und der Feuerwehr. Eines der Ziele ist es, den Platz barrierefrei zu gestalten.

Um die Barrierefreiheit zu erreichen, werden die Treppenstufen, die sich derzeit dort noch befinden, verschwinden, erläuterte Norbert Sendke vom Bauamt der Stadt Wassenberg auf Nachfrage die Pläne. Vor der Kirche soll ein kleiner Platz entstehen, der bepflanzt wird. Und auch die Parkplatzsituation soll angepasst und optimiert werden. Kern der Planungen ist es aber auch hier, einen eingegrünten Kommunikationsplatz als Dorfmittelpunkt für den 2200-Seelen-Ort zu schaffen – mit Sitzmöglichkeiten an der Brunnenanlage, die ebenfalls überholt wird. Die Kosten der Gesamtmaßnahme belaufen sich auf rund 283.000 Euro, etwa 65 Prozent der Kosten fördert das Land.

Um Gemeinsachft und das Zusammenkommen geht es auch bei der Bürgerwiese, die in Erkelenz angelegt werden soll – ein Ort, an dem man zum Klönen und Spielen zusammenkommen kann. Die künftige Bürgerwiese liegt an einem öffentlichen Weg, für Erwachsene soll das Areal Sitzmöglichkeiten bieten, für Kinder einen Sandspielbereich und ein Spielgerät. „Die Wiese wird von der Stadt gestellt, die Ideen zur Gestaltung und ein Teil der Umsetzung sollen aber die Bürger übernehmen“, sagt Thomas Balzhäuser von der Stadt Erkelenz. Nachdem nun der Förderbescheid ins Rathaus geflattert ist, soll nun schon recht zeitnah mit der Gestaltung angefangen werden. „Baubeginn ist für August oder September dieses Jahres geplant“, sagt Balzhäuser.

Nach Gangelt-Stahe fließen 250.000 Euro vom Land , um einen Begegnungsort zu schaffen. Konkret ist geplant, dass das alte Pfarrheim wie auch das angegliederte Jugendheim am Kirchweg weichen, um Platz für den Neubau des Dorfgemeinschaftshauses zu schaffen. Ebenfalls 250.000 Euro aus dem Dorferneuerungsprogramm erhält Geilenkirchen-Teveren zur Schaffung einer dörflichen Gemeinschaftseinrichtung als Austausch und Begegnungsort.

Mehr von Aachener Nachrichten