1. Lokales
  2. Heinsberg

Heinsberg-Dremmen: Diese 104-Jährige war mit 99 noch ein gefragtes Model

Heinsberg-Dremmen : Diese 104-Jährige war mit 99 noch ein gefragtes Model

Das hat es im Marienkloster in Dremmen noch nicht gegeben, zumindest nicht in der Zeit, die Ute Timm als Leiterin dieser Pflegeeinrichtung zurückverfolgen kann: Am Montag, 27. August, wird hier mit Erna Peters eine Bewohnerin stolze 104 Jahre alt. „Ach, ich bin doch ´ne alte Schachtel“, lacht sie im Gespräch mit unserer Zeitung.

„Ich war mal jung und schön“, fährt sie fort. „Und heute noch schön!“, pflichtet ihr Ute Timm bei. „Na ja, macht mir dat mal nach!“, sagt sie dann, nicht ohne Stolz.

Tatsächlich ist es nicht leicht zu glauben, dass Erna Peters schon so alt ist, denn bis auf ein paar Probleme beim Hören ist sie noch fit. Sie gestalte auch ihren Alltag völlig alleine, erklärt Miriam Vondeberg, Koordinatorin des Sozialen Dienstes. Spaziergänge würde sie täglich auch noch weit außerhalb des Marienklosters ganz alleine unternehmen. Einmal in der Woche sieht man sie zudem bei der Gymnastik oder beim Kegeln. Jeden Tag liest sie unsere Zeitung, und auch wenn es musikalische Veranstaltungen gibt, ist sie gerne mit dabei, denn das Tanzen und später auch das Modeln auf Modenschauen eines Wassenberger Bekleidungshauses waren immer ihre ganz große Leidenschaft.

Das Hobby des Modelns habe sich aus ihrer beruflichen Tätigkeit als Schneiderin ergeben, erzählt Erna Peters, jedoch erst im Alter von fast 90 Jahren. Noch bis ins hohe Alter von 99 Jahren habe ihr das sehr viel Spaß gemacht. „Und was ich gezeigt habe, hat sich immer sehr gut verkauft“, schmunzelt sie.

Am 27. August 1914 wurde das Geburtstagskind als Erna Kollmann in Wattenscheid geboren. Später verschlug es sie mit ihren Eltern zunächst nach Hückelhoven, dann nach Dremmen, erinnert sie sich. Bei einer Tanzveranstaltung in einem Saal nahe des Heinsberger Bahnhofs habe sie ihren späteren Ehemann kennengelernt.

Noch vor der Hochzeit baute sie mit ihm ihr Haus an der Sootstraße in Dremmen, wo sie dann bis zu ihrem Umzug ins Marienkloster vor drei Jahren noch lebte.

Aus der Ehe gingen drei Kinder hervor, ein Sohn, der wie ihr Ehemann bereits gestorben ist, und zwei Töchter. Weiter gehören zu ihrer großen Familie inzwischen sieben Enkelkinder und acht Urenkelkinder. Nachdem sie nach ihrem 100. Geburtstag zunächst zu ihrer Tochter ins Nachbarhaus zog, wechselte sie auf eigenen Wunsch schon nach wenigen Monaten ins Marienkloster, das sie aus kurzen Aufenthalten im Rahmen der Verhinderungspflege gut kannte und schätzen gelernt hatte. Beide Töchter besuchen sie hier regelmäßig.

„Es war alles prima! Ich darf mich nicht beklagen“, blickt sie auf ein erfülltes, aber wie sie selbst sagt, auch sehr arbeitsreiches Leben zurück. „Ich hatte ein schönes Leben!“, betont sie. Und das wird jetzt im Marienkloster bei diesem stolzen Geburtstag natürlich ausgiebig gefeiert.

(anna)