Heinsberg: Die Wurm überflutet Straßen und Keller in Heinsberg

Heinsberg: Die Wurm überflutet Straßen und Keller in Heinsberg

So etwas hat Hans Rütten noch nicht erlebt. Aus seinem Haus an der Mühlenteichstraße in Heinsberg-Horst kam er am Donnerstag nicht mehr trockenen Fußes heraus. So hoch war das Wasser auf der Straße und den Gehwegen gestiegen. Rütten lebt seit über 50 Jahren dort. Aber solche Wassermassen standen bislang noch nie vor seinem Haus.

Wegen der lang anhaltenden starken Regenfälle war die Wurm am Donnerstag über die Ufer getreten. Das Resultat in Horst und Randerath: überflutete Straße, vollgelaufene Keller und verärgerte Anwohner.

Bei einigen Anliegern der Wiesenstraße in Horst stand das Wasser bis zu 60 Zentimeter hoch im Keller. Dort musste die Feuerwehr starke Pumpen einsetzen, um das Wasser hinauszubefördern. Es dauerte mehrere Stunden, bis die Keller wieder trockengelegt waren.

Auch in Randerath standen die Straßen unter Wasser. An der Kreuzung Asterstraße und Driesch standen die Feuerwehrleute bis zu den Knien im Wasser. 200 Meter weiter ähnelte die Asterstraße noch immer einer Seenlandschaft.

Vorwarnung für die Feuerwehr

Dass eine Menge Wasser die Wurm hinunterfließen würde, war der Feuerwehr schon im Voraus bewusst. Am Mittwochnachmittag bekam Ralf Wählen, Leiter der Heinsberger Wehr, die Meldung, dass man einen Pegelstand von 2,75 Meter erwarte. Deshalb habe die Feuerwehr gleich Sandsäcke gebracht, um stärkere Schäden zu verhindern.

In der Nacht zum Donnerstag stieg der Pegel der Wurm bei Randerath dann über 2,85 Meter. Am Donnerstagnachmittag fiel er wieder unter die 2,75-Meter-Marke. In der Nacht war die Feuerwehr bereits mit acht Leuten im Einsatz. Tagsüber waren es am Donnerstag 25 Wehrleute, die in Randerath und Horst halfen, wo sie konnten.

Für die Anwohner der überfluteten Straßen ist das Hochwasser in jedem Fall ein großes Ärgernis. Über die Gründe der starken Überschwemmung machen sie sich derweil ihre eigenen Gedanken. Hans Rütten und Günter Böhmer aus Horst machen zum Teil die schlecht gepflegten Entwässerungsgräben dafür verantwortlich, dass das Wasser bis zu ihrer Türschwelle stand. Diese Gräben seien vollkommen zugewuchert. Außerdem liege darin eine Menge Müll, der die Gräben zusätzlich verstopfe. Außerdem befinde sich ein Rückstaubecken sehr nahe am Wohngebiet. Das hätte nach Meinung der Anwohner anders geplant werden müssen.

Wegen des Wassers war am Donnerstag auch die Strecke der Wurmtalbahn zwischen Heinsberg und Lindern gesperrt. Der Bahndamm war aufgeweicht und machte ihn deshalb für Züge unpassierbar.

Ob das Schlimmste überstanden nun ist, stand bei Redaktionsschluss noch nicht fest. Für den Donnerstagabend gab es für Heinsberg eine neuerliche Unwetterwarnung.

Mehr von Aachener Nachrichten