Die Niederrhein Tourismus GmbH stellt neue Marke Niederrhein vor

Neue Tourismus-Marke präsentiert : Wie man die DNA des Niederrheins transportiert

Freiraum Mittendrin. Das bietet der Niederrhein für viele Menschen. Unter der Marke „Niederrhein. So gut. So weit.“ soll die Region, der sich auch der Kreis Heinsberg angeschlossen fühlt, nun stärker vermarktet werden. Die Niederrhein-Tourismus GmbH stellte das neue Konzept bei der Regionalkonferenz in Wassenberg vor.

Freiraum Mittendrin – zwischen den Großstädten Köln, Düsseldorf und Aachen und unweit der großen Ballungszentren im Ruhrgebiet, bietet der Niederrhein für sechs Millionen Menschen, die einige Stunden Auszeit suchen, genau das: Freiraum und Weite. Und das Mittendrin im Geschehen.

Was liegt da näher, als „Freiraum Mittendrin“ zum Markenkern der neuen Dachmarke „Niederrhein. So gut. So weit.“ zu erheben. Die neue Marke hat die Niederrhein Tourismus GmbH gemeinsam mit Zukunftsforscher Andreas Reiter aus Wien entwickelt und bei der Regionalkonferenz auf der Burg Wassenberg vor den Bürgermeistern aus dem Kreis Heinsberg, Abgeordneten und vor allem den „touristischen Akteuren“, darunter Gastronomen und Hoteliers, vorgestellt.

„Wir müssen uns als Kreis einer großen Dachmarke anschließen”, ließ Landrat Stephan Pusch die Anwesenden wissen und erklärte: „Die Freizeitregion Heinsberg, die ´Marken Heinsberger Land` und ´Der Selfkant` sind schwer zu vermarkten – der Niederrhein dagegen ist auch überregional ein Begriff. Diese Marke kann eine ganz andere Schlagkraft entfalten.“ Es ginge nicht darum, sich gegenseitig Konkurrenz zu machen, sondern sich zu ergänzen. „Von einer starken Marke Niederrhein können wir alle nur profitieren“, betonte Pusch.

Wie der Slogan nun zu einer starken Marke werden könne, erläuterte Zukunftsforscher Andreas Reiter. Es sei nun Aufgabe der touristischen Akteure, die DNA des Niederrheins zu transportieren. Das Lebensgefühl sei zupackend, verlässlich, offen, unkompliziert und inspirierend, so Reiter. Der Niederrhein, bislang nur ein Wort für einen Landstrich auf einer geografischen Karte, sollte in den Köpfen der Menschen nun in etwas mit emotionaler Bedeutung umgewandelt werden. „Wecken Sie Begehrlichkeiten, zeigen Sie, was nur der Niederrhein kann und worin Sie Spitzenleistungen bringen. Versprechen und bieten Sie den Freiraum Mittendrin“, so Reiter.

Natur pur, Radfahren, Wandern, dazu viele weitere Aktivitäten von Kanu fahren bis zum Golfen, Schlösser sowie Genuss und Kulinarik: Dafür steht im Bewusstsein der hiesigen Bevölkerung der Niederrhein. Geworben werden soll zwischen Ruhr, Rhein und Maas für die sogenannten Faszinationsräume „Kultur in der Natur“, „Lebensfreude“ (Events) und „Stadt-Land-Fluss“ (Aktion und Bummeln) .

Andreas Reiter, Ulrich Schirowski, Martina Baumgärtner und Landrat Stephan Pusch stellten auf der Burg Wassenberg die neue Marke „Der Niederrhein“ vor. Foto: Nicola Gottfroh

Wen man überhaupt an den Niederrhein locken könne, welche Ziel, beziehungsweise Stilgruppen angesprochen werden müssten, auch das hatte Reiter analysiert: liberal-intellektuelle und sozial-ökologische Milieus. „Das sind kritische Konsumenten, die Anforderungen stellen. Menschen, für die das Reisen das Sammeln von künftigen Erinnerungen und Erlebnisse ist “, hatte Reiter herausgefunden und betonte, dass die Angebote entsprechend hochklassig sein müssten.

Dass mit der Implementierung der Marke „Der Niederrhein“ sofort ein Bewusstsein der Touristen für die Region existiere, dürfe jedoch nicht erwartet werden. „Die Marke ist der gute Ruf, der einem Unternehmen oder einem Standort vorauseilt. Arbeiten Sie an ihrem guten Ruf“, gab Reiter den Anwesenden mit auf den Weg.

Begeistert von dem Konzept zeigte sich der Wirtschaftsförderer im Kreis Heinsberg, Ulrich Schirowski. Er erklärte jedoch noch einmal, wie wichtig es in seinen Augen sei, sich in der eigenen Identität als Heinsberger Land auch als Teil des Niederrheins zu sehen. Wenn man überregional punkten wolle, müsse man als Niederrhein zusammenwachsen, und darüber hinaus auch das Zusammenwachsen von touristischer und wirtschaftlicher Vermarktung im Blick halten.

„Wir müssen den Kurzurlaub zum Erlebnis machen“, appellierte Martina Baumgärtner, Geschäftsführerin der Niederrhein Tourismus GmbH, an die Anwesenden. Zwar seien die Übernachtungszahlen in den vergangenen 15 Jahren seit Bestehen der Niederrhein Tourismus GmbH gestiegen – 2,1 Millionen waren es 2018 – doch man dürfe sich nicht abhängen lassen, „Wir brauchen innovative Produkte und innovative Inhalte“, so Baumgärtner. Der Begriff Niederrhein soll mehr emotionale Bedeutung erhalten.

Um den Trip zum Erlebnis für die Zielgruppe werden zu lassen, bietet der Kreis Heinsberg vieles – bei gutem und bei schlechtem Wetter: Im Faszinationsraum „Kultur in der Natur“ Radeln am Rurufer Radweg mit Besuch der Mühlen, wandern in der Teverener Heide, im Bereich „Stadt – Land – Fluss“ etwa ein Raftingabenteuer auf der Rur. Aber auch viele Events, den die unter dem Faszinationsraum „Lebensfreude“ vermarktet werden können, etwa Konzerte und insbesondere das Electrisize Festival in Erkelenz, der Haldenzauber in Hückelhoven oder Wasserski fahren am Amici Beach, um nur einige wenige Beispiele zu nennen. „Aber wir können noch besser werden – denn auch die anderen Freizeitregionen verstärken die Anstrengungen“, erklärte Baumgärtner.

Was bei den Besuchern ziehe, so erklärte Thomas Schmitz vom Niederrhein Tourismus, seien Kulinarische Stadtführungen, Brauseminare, Workshops und Golfschnupperkurse, die in das bestehede Angebot der Region eingewebt werden könnten und damit praktische Erlebnisse böten. „Hier sind Sie alle gefragt, das Besondere des Niederrheins mit Aktivitäten und Events zu erweitern“, erklärte er.

Zusammengefasst und dem Gast präsentiert werden sollen die Highlights aus den besonderen Faszinationsräumen des Niederrheins auf der neuen Internetseite. Derzeit arbeitet die Tourismus GmbH an einer Neugestaltung, die, wie Martina Baumgärtner versichert, als Dreh- und Angelpunkt der Werbemaßnahmen spätestens Mitte Februar online gehen soll.

„Lasst uns das zusammen machen“, richtete der Landrat am Ende der Veranstaltung das Wort noch einmal an die Anwesenden. „Wir haben gesehen, dass es Sinn macht, sich einer großen Dachmarke wie dem Niederrhein anzuschließen, um das Heinsberger Land zu vermarkten. Beim Aufbau der Netzwerke sind nun alle gefragt.“

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