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Die gute Tat von Valeria Beutler

Spannender Brief : Die gute Tat von Valeria Beutler

Handgeschriebene Briefe sind heutzutage ohne Zweifel etwas besonderes. Unsere Redaktionen bekommen jedenfalls nur noch äußerst selten welche. Der Brief von Valeria Ward ist aber nicht nur deshalb so besonders, weil sie ihn mit Füller verfasst oder weil sie ihn per Air Mail aus London nach Heinsberg geschickt hat, sondern, weil er eine ganz besondere Geschichte erzählt.

„Meine Oma war eine mutige Frau, eine stille Heldin“, erzählt Valeria Ward gut aufgelegt am Telefon. „Sie hat sich immer wieder mit den Nazi-Bonzen angelegt.“ Sie hat Essen ins Hückelhovener Zwangslager geschmuggelt oder Brot über den Zaun geworfen, obwohl sie bedroht und beschimpft wurde. Aber weil sie die Kinder der Nazis ebenso auf die Welt brachte, wie die aller anderen, wurde sie in Ruhe gelassen.

Mehr als 5000 Kinder hat sie auf die Welt gebracht, wofür sie schließlich die goldene Hebammennadel bekam. Auch bei der Geburt ihrer Enkelin Valeria, die in Steißlage zur Welt zu kommen drohte, war sie dabei. „Sie hat mich noch im Bauch meiner Mutter gedreht.“ Valeria Beutler hat Geburten begleitet, wo man heute einen Kaiserschnitt machen würde – und sie hat ein polnisches Baby gerettet.

Es gibt Geschichten, da würde man gerne die Fortsetzung lesen und deshalb hofft Valeria Ward, dass jemand ihren Brief liest und sich ebenfalls an die Geschichte erinnert. Wir stellen gerne den Kontakt her. Schreiben Sie an: m.ibsen@zeitungsverlag-aachen.de.