Wassenberg: Die Grundschule in Birgelen bleibt vorerst katholisch

Wassenberg : Die Grundschule in Birgelen bleibt vorerst katholisch

Am Ende steht ein klares Ergebnis: Die Grundschule in Birgelen bleibt erst einmal katholisch. Gleichzeitig wird die Schülerzahl in den Eingangsklassen der KGS Birgelen und der GGS Am Burgberg ab dem Schuljahr 2019/ 2020 auf 23 Schüler begrenzt.

Auf dem Weg dorthin kam im Wassenberger Ratssaal aber etwas Spannung auf. Alternativ zu dieser Lösung hatte die Verwaltung vorgeschlagen, die Birgelener Schule zu einer GGS zu machen, sie also nicht weiter als Bekenntnisschule zu führen. Darüber hätte die Elternschaft der Schule abstimmen müssen.

Hintergrund ist, dass die Stadt ein Instrument sucht, um die Schülerströme besser lenken zu können. Denn die GGS Am Burgberg, die einzige GGS im Stadtgebiet, stößt wegen einer großen Zahl von Neuanmeldung an ihre Kapazitätsgrenzen. Gäbe es eine zweite GGS, könnte die Stadt die überzähligen Schüler direkt an diese Schule verweisen.

Bei der Diskussion im Rat schien es so, als sei die Opposition geschlossen dafür, die Eltern über die Schulform abstimmen zu lassen. „Wir müssen jetzt handeln, um den Schulstandort Wassenberg zu sichern“, sagte Robert Seidl (Grüne). „Wir leben in einer Demokratie. Mehr als eine demokratische Elternumfrage geht nicht“, sagte Dr. Susanne Beckers (FDP).

Marcel Maurer (CDU) sagte hingegen, dass seine Fraktion sich bei einer Klausurtagung darauf verständigt habe, keine Umwandlung der KGS anzustreben. Die CDU favorisiere die „weniger einschneidende“ Variante der Deckelung der Eingangsklassen. Wenn das nicht reicht, um die Schüler ausgewogen auf die Wassenberger Grundschulen zu verteilen, könne man über weitere Schritte diskutieren.

Diese Klassenobergrenze erlaubt es der GGS Am Burgberg, auch Schüler abzuweisen. Beharren die Eltern aber darauf, ihr Kind zu einer Gemeinschaftsgrundschule zu schicken, kann die Stadt Wassenberg keine Alternative bieten.

Weil in der Ratssitzung einige Stadtverordneten fehlten, sah Beckers dennoch eine Option, die CDU-Mehrheit zu übertrumpfen. 15 Ratsleute der Opposition standen 14 Mitgliedern der CDU-Fraktion gegenüber, die sich aber in der Regel darauf verlassen kann, dass Bürgermeister Manfred Winkens (CDU) mit ihr stimmt. Eine knappe Angelegenheit.

Mit Erleichterung aufgenommen

Bei der von Beckers beantragten geheimen Abstimmung zeigte sich dann allerdings, dass das Meinungsbild in der Opposition wohl doch nicht so eindeutig war. Der Rat votierte mehrheitlich gegen eine Umwandlung (13 zu 17 Stimmen) und folgte dem CDU-Vorschlag, lediglich die Größe der Eingangsklassen zu begrenzen (18 zu zwölf Stimmen).

Dieses Ergebnis wurde in der KGS Birgelen mit Erleichterung aufgenommen: „Wir sind froh, dass es so gekommen ist. Ich hoffe, dass jetzt Ruhe einkehrt. Jetzt können wir uns wieder auf die Arbeit mit den Kindern konzentrieren. Das ist das, worauf es ankommt“, sagte Schulleiterin Barbara Schillings.